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Ein Toter

Unfallfahrer von der B109 war auf der Flucht vor der Polizei

Borkenfriede / Lesedauer: 3 min

Neue Details zum tödlichen Unfall am Bahnübergang Borkenfriede auf der B109 werfen ein anderes Licht auf den Hergang, als anfangs angenommen.
Veröffentlicht:11.04.2023, 16:15

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Der tödliche Unfall auf der B109 in der Nacht zum Ostermontag unweit von Borkenfriede bewegt weiterhin die Menschen in der Region: Ganz besonders gilt das für die rund 30 Wehrleute der Freiwilligen Feuerwehren aus Lübs, Altwigshagen und Ferdinandshof, die gegen 2.40 Uhr zum Unfallort gerufen wurden, um eine eingeklemmte Person aus einem Autowrack zu bergen. Doch für den 37-jährigen Mann aus der Region kam da bereits jede Hilfe zu spät. Er verstarb noch an der Unfallstelle.

Polizei bestätigt Gerüchte erst auf Nachfrage 

Die Polizei teilte am Ostermontag über den Hergang des Unfalls in einer spärlichen Meldung zunächst nur mit, der Mann sei aus bisher unbekannter Ursache von der Straße abgekommen und tödlich verunglückt. Doch schnell machten in den umliegenden Ortschaften Gerüchte die Runde, dass die Polizei bei dem Fall wohl eine größere Rolle gespielt haben könnte, als es in der späteren Polizeimitteilung den Anschein hatte.

Denn nach Nordkurier-Informationen war der Fahrer zum Unfallzeitpunkt auf der Flucht vor den Beamten. Das bestätigte gestern auf Nachfrage auch Andrej Krosse, Sprecher der Polizeiinspektion Anklam: Demnach sei der Mann tatsächlich auf der Flucht gewesen, nachdem er sich kurz zuvor in Pasewalk einer Kontrolle durch die Bundespolizei entzogen hatte. In der nebligen Nacht hätten die Bundespolizisten den Mann nicht weiter verfolgt, aber sein Auto zur Fahndung ausgeschrieben. Kurze Zeit vor dem Unfall sei der Wagen dann einer Polizeistreife am Café 70 im Gegenverkehr aufgefallen.

Als der Unfall passierte, war die Verfolgung angeblich schon beendet

Was dann passierte, stellt Andrej Krosse so dar: Die Beamten hätten ihren Streifenwagen zunächst gewendet und den Opel-Fahrer verfolgt, diesen dann aber aus den Augen verloren, weil sie dem viel zu schnell fahrenden Auto nicht im selben Tempo hätten folgen wollen. "In solchen Situationen geht die Sicherheit der Kollegen und vor allem auch der anderen Verkehrsteilnehmer immer vor“, so Andrej Krosse. Erst einige Zeit später hätten die Beamten, die weiterhin in dem Bereich unterwegs gewesen seien, dann das verunglückte Auto gefunden.

Die Polizei hat inzwischen auch einen möglichen Grund für die Flucht des Unfallfahrers gefunden: Es waren offenbar Betäubungsmittel im Spiel. In dem Auto seien entsprechende Gegenstände sichergestellt worden, so Andrej Krosse. Worum sich dabei genau handele, würden weitere Ermittlungen ergeben. Der Unfall selbst jedoch wird nicht weiter untersucht, so Krosse, weil keine weitere Person involviert oder geschädigt worden ist.

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