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Medienaktionstag

Wo lauern die Gefahren im Internet?

Torgelow / Lesedauer: 3 min

Online-Sicherheit lockt offenbar kaum einen vor die Tür: Den Torgelower Medienaktionstag besuchten nur wenige Familien. Dabei ging es um wichtige Themen zum Internet.
Veröffentlicht:05.11.2023, 17:37

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Im Internet bewegen sich inzwischen nahezu alle Generationen. Sogar rund 80 Prozent der 70-Jährigen sind mittlerweile dabei. Dennoch blieb das Interesse der Menschen am Medienaktionstag, der am Samstag in Torgelow stattfand, eher verhalten.

Nur wenige Familien nutzten das Angebot, sich umfassend über die Sicherheit im Internet und sozialen Medien zu informieren. Dabei hatten die Veranstalter Informationen zu sicherheitsrelevanten Themen rund ums Internet vorbereitet. Und die Veranstaltung findet landesweit nur dreimal statt. In Schwerin, Güstrow und Torgelow.

Datenschutz ernst nehmen

„Wir wollen Familien erreichen. Von den Kindern über die Eltern bis hin zu den Großeltern“, sagte Christina Münster von der Datenschutzbehörde Mecklenburg-Vorpommern bei der Begrüßung. Sie wies darauf hin, dass es im Internet auch viele kindgerechte Angebote gebe. Jedem User müsse aber klar sein, dass ein Algorithmus aus dem eigenen Klick-Verhalten im Internet eine reale Person zusammensetze.

„Darüber werden dann bestimmte Produkte angeboten oder auch politische Meinungen und Angebote präsentiert“, so Münster. Dennoch müsse niemand Angst davor haben. Es sei wichtig, den Datenschutz ernst zu nehmen. Dabei könnten Eltern als Influencer ihrer Kinder auftreten, während diese später die Rolle bei ihren Großeltern einnehmen könnten. 

Wenn digitale Medien zu einer Sucht werden

Sechs Vorträge wurden gehalten. Außerdem konnten die Gäste persönlich mit den Referenten in Gespräch kommen. So auch mit Ina Rostek von der Johanna-Odebrecht-Stiftung, die einerseits einen Vortrag zum Medienkonsum hielt und andererseits am Stand Fragen beantwortete. „Die Medienabhängigkeit hat vermutlich durch die Corona-Pandemie zugenommen“, sagte Rostek. Dabei sei diese Abhängigkeit in nahezu allen Altersstufen vertreten.

„Problematisch wird es, wenn man über den eigenen Medienkonsum das reale Leben aus den Augen verliert.“ Online seien Erfolge leichter zu erzielen als im realen Leben. Als Tipp für Eltern meinte die Frau von der Suchtberatung, dass man Mediennutzungsverträge mit den eigenen Kindern schließen und andere Hobbys fördern könne.

Petra Rollfing (Mitte) von den digitalen Engeln informierte insbesondere Senioren über Internet, soziale Medien und Co. 
Petra Rollfing (Mitte) von den digitalen Engeln informierte insbesondere Senioren über Internet, soziale Medien und Co.  (Foto: Mathias Scherfling)

Schockanrufe und „Cybergrooming“

Petra Rollfing von den digitalen Engeln hatte insbesondere die ältere Generation im Blick. „Wir sollten Senioren mit ihren Problemen auf diesem Gebiet nicht allein lassen, denn Digitales soll eine Ergänzung sein“, betonte Rollfing. Es solle niemand dazu gezwungen werden. „Wir wollen eher unterstützen und Lust auf die digitale Welt machen. Dabei ist die Sicherheit wichtig. Hier braucht es Aufklärung und Sensibilisierung, beispielsweise bei bestimmten Betrugsmaschen.“

Auf diesem Gebiet ist Andrea Semmler zu Hause. Die Präventionsbeauftragte der Polizei weiß über Schockanrufe und Betrugsmaschen Bescheid. Sie klärte auch über das sogenannte „Cybergrooming“ auf. Dabei werde über das Internet der Kontakt besonders zu Jugendlichen aufgebaut, die dann leicht zu Missbrauchsopfern werden könnten. Allen Generationen rät Andrea Semmler: „Generell ist wichtig, dass man im Internet und sozialen Medien keine Klarnamen, keine Geburtsdaten, keinen Wohnort und auch sonst keine persönlichen Daten verwendet.“