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Am Ostsee-Strand gehen die Retter aus

Anklam / Lesedauer: 3 min

An den Badestellen und Stränden herrscht Hochbetrieb. Doch nach zwei Corona-Jahren haben die Rettungsschwimmer im Land gleich zwei große Probleme.
Veröffentlicht:06.08.2022, 17:45

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Sommer, Ferien, Badespaß – eine Chance auf Abkühlung nutzen in diesen Tagen viele, ob an den Badestellen vorpommerscher Seen oder direkt am Ostsee-Strand. Damit es spaßig bleibt, schieben Tag für Tag Dutzende Rettungsschwimmer in der Region ihren Dienst. Doch schon seit Jahren wird es schwieriger, genügend Saisonkräfte zu finden, die sich als Lebensretter einspannen lassen. Hinzu kommen zwei Corona-Jahre, die den Sport-Betrieb massiv eingeschränkt haben.

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Viele Kinder können kaum schwimmen

Für die Rettungsschwimmer hat das gleich doppelte Konsequenzen. Die eigene Ausbildung hat gelitten, aber auch die Schwimmunterricht und -kurse für Kinder konnten über lange Zeitstrecken gar nicht oder nur eingeschränkt stattfinden. An den Stränden tummeln sich damit viele Ferienkinder, die nur schlecht schwimmen können und wenig Erfahrung im Wasser haben.

Beim Landesverband der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft ist man alarmiert. „Es gibt wegen Corona eine große Warteliste an Kindern, die noch schwimmen lernen müssen“, sagt Geschäftsführer Renaldo Hocher. Doch auch der Mangel an Rettungsschwimmern verschärft sich. Ob und wie viele Frei- und Hallenbäder im Land durch Personalmangel und die erhöhten Energiepreise derzeit gefährdet seien, dazu gebe es noch keine belastbaren Prognosen, so Hocher. Er ergänzt aber: „Viele Kommunen, die Bäder betreiben, stehen schon jetzt mit dem Rücken an der Wand.“ Dabei gebe es eigentlich viel zu wenige Freibäder.

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Ausbilung hat gelitten

Im Kreis Vorpommern-Greifswald scheint die Lage noch nicht ganz so dramatisch. „Wir bilden kontinuierlich Rettungsschwimmer aus“, sagt André Stegemann von der DLRG Ortsgruppe Anklam. Darunter seien nicht nur eigene Vereinsmitglieder, sondern auch etwa Sportlehrer und Erzieher. Anmeldungen für Kurse seien jederzeit im Anklamer Hansebad möglich.

Natürlich sei die Ausbildung in den zurückliegenden zwei Jahren nur eingeschränkt möglich gewesen, so Stegemann. Generell sieht er die Rettungsschwimmerbesatzung aber eher ständig im Fluss. „Manche lassen sich neu ausbilden, andere steigen aus“, erklärt er. Während die Wacht auf dem Rettungsturm für Schüler und Studenten mitunter ein willkommener Ferienjob ist, seien manche Rettungsschwimmer schon über Jahre an festen Strandabschnitten dabei und leisten dort gleich mehrere Wochen ihren Dienst zur Sicherheit der Badegäste, weiß er zu berichten.

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Es fehlen Leute

„Uns fehlen gerade zwei Generationen Rettungsschwimmer sagt Micha Lange von der Wasserwacht Uecker-Randow. Der Ehrenamtler resümiert, dass aufgrund der Pandemie faktisch zwei Jahre lang keine Rettungsschwimmer durch die Wasserwacht ausgebildet werden konnten. Umso mehr freut es ihn und seine Mitstreiter, dass in diesem Jahr bereits 25 Wasserretter aus der Uecker-Randow Region erfolgreich ihre Rettungsschwimmer-Prüfung bestehen konnten und nun sowohl im Pasewalker Lindenbad als auch am Ueckermünder Strand zur Unterstützung eingesetzt werden können. Er berichtet, dass die Rettungsschwimmerausbildung in den Sommermonaten im Pasewalker Lindenbad und im Winter in der Bundeswehrschwimmhalle in Karpin erfolgt. „Bisher kommen wir hier noch relativ gut zurecht“, so der Eggesiner.