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Strandparty

Corona-Verstöße auf Usedom – Klinik schmeißt Patienten raus

Trassenheide / Lesedauer: 3 min

Eine Corona-Party an der Strand-Promenade in Trassenheide hat nun heftige Konsequenzen. Anwohner beschweren sich, seit Tagen hätten sich Patienten der Reha-Klinik abends dort versammelt.
Veröffentlicht:24.04.2021, 08:41

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Als die Polizei eintraf, hatte sich die Corona-Party an der Strand-Promenade auf Usedom schon aufgelöst. Der Vorfall hatte tags darauf dennoch Konsequenzen für einige der Teilnehmer. Am Donnerstagabend gegen 21.30 Uhr sei von einem Zeugen die Polizei gerufen worden, hieß es auf Nordkurier-Nachfrage bei der zuständigen Polizeiinspektion Anklam. Anwohner berichten seit rund einer Woche sei es dort zu allabendlichen Zusammenkünften gekommen. Rund zwei Dutzend Personen, Alkohol, laute Musik und gelegentliche Pöbeleien gegen Passanten.

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Auf einem Video, dass der Redaktion vorliegt, berichtet ein Teilnehmer stolz, man hole „den Ballermann an die Ostsee“. Dabei handelte es sich vornehmlich um Gäste der örtlichen Reha-Einrichtung „Dünenwald Klinik“, die zum Mediclin-Konzern gehört.

Polizei kommt zu spät

Als ein Streifenwagen der Polizei eintraf, um den Vertsoß gegen die Corona-Verordnung des Landes zu kontrollieren, war es bereits nach 22 Uhr. „Der Hinweisgeber informierte parallel zu uns auch die Klinik. Der dortige Wachschutz hatte die Veranstaltung unterbunden, als die Kollegen ankamen“, erläuterte Polizei-Pressesprecherin Katrin Kleedehn.

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Der Vorfall sei noch am Donnerstagabend mit Mitarbeitern des Unternehmens ausgewertet worden. Auch am Freitag seien Beamte vor Ort gewesen. Die Klinik habe jedoch – mit Berufung auf den Datenschutz – nicht mitgeteilt, welche Patienten an der Zusammenkunft beteiligt waren. Man habe aber versichert, die Patienten erneut zu belehren.

Klinik setzt Patienten vor die Tür

Die Reha-Klinik in Trassenheide hatte in den vergangenen Monaten selbst mit Corona-Ausbrüchen unter Mitarbeitern und Patienten zu kämpfen. „Wir kontrollieren permanent, dass sämtliche Hygienemaßnahmen innerhalb der Klinik und auf dem Klinikgelände eingehalten werden. Die Patienten wissen darüber hinaus, dass sie laut Ausgangssperre um 21 Uhr zurück auf dem Klinikgelände sein müssen“, so Jelina Schulz, Pressereferentin des Klinik-Konzerns. Am Donnerstagabend seien acht Patienten erst nach 22 Uhr wieder zurück gewesen. „Fünf davon sind heute auf unsere Anordnung hin bereits abgereist“, so Schulz am Freitagnachmittag.

Zahlen gehen auseinander

Die Polizei sprach von etwa 15 Teilnehmern der Party an der Promenade. Augenzeugen berichten von mehr als 20 Personen. Dass es im Umfeld der Klinik regelmäßig zu größeren Zusammenkünften käme, sei bislang nicht bekannt gewesen, so Polizei-Sprecherin Kleedehn. Ähnlich äußerte sich auch das Ordnungsamt des Landkreises. Beide Behörden kündigten aber an, Kontrollen in dem Bereich zu intensivieren.

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