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Literaturfestival

Nobelpreisträger kommt nach Usedom

Heringsdorf / Lesedauer: 3 min

Mit dem Norweger Jon Fosse trumpfen im Frühjahr die Usedomer Literaturtage auf. Auch Joachim Gauck und gleich drei Preisträgerinnen gehören zu den bisher bekannten Festival-Stars.
Veröffentlicht:08.02.2024, 20:37

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Mit dem ermutigenden Motto „Hoffnung atmen“ und gleich einer ganzen Handvoll Stars trumpfen im bevorstehenden Frühjahr die Usedomer Literaturtage auf. Sogar einen weiteren Nobelpreisträger hat das erlesene Festival „an Land gezogen“: Zu Gast ist im April der Norweger Jon Fosse, der erst im vergangenen Herbst die höchste Auszeichnung der literarischen Welt erhielt.

Als „Gebet in Prosa“ preisen die Gastgeber die Erzählkunst des vielseitigen 64-Jährigen, der schon als Dramatiker („Der Name“), Lyriker, Essayist, Kinderbuchautor und Romancier von sich reden machte: „Seine Geschichten, geboren aus der Kälte der norwegischen Fjordlandschaft, sind Orte der Innenschau und der langsamen Wege, Orte der Selbsterschaffung seiner Figuren“, verheißt die Ankündigung seiner Lesung, die von Pianistin Hideyo Harada mit Werken von Edvard Grieg begleitet wird.

Festival schon mehrfach im Nobelpreisglanz

Fosses Auftritt markiert einen weiteren Glanzpunkt in der Geschichte des Usedomer Festivals, das auch schon die Literaturnobelpreisträgerinnen Olga Tokarczuk, Swetlana Alexijewitsch und Herta Müller auf die Insel brachte. Erstere ist sogar Jury-Vorsitzende für den Usedomer Literaturpreis, den in diesem Jahr die in Leipzig lebende Ronya Othmann erhalten wird. 

Ronya Othmann wird für ihr Debüt "Die Sommer" mit dem Usedomer Literaturpreis geehrt
Ronya Othmann wird für ihr Debüt "Die Sommer" mit dem Usedomer Literaturpreis geehrt (Foto: Cihan Cakmak)

Ihr Debütroman „Die Sommer“ erzähle "in einer wunderbar zurückhaltenden Sprache von der emotionalen Herausforderung, die Menschen zwischen zwei Kulturen stemmen müssen", urteilt die Jury über die Geschichte um die Tochter einer Deutschen und eines jesidischen Kurden. Damit erinnere der Roman der 30-jährigen, schon vielfach ausgezeichneten Preisträgerin „an die Zerbrechlichkeit von vermeintlichen Gewissheiten“ und liefere damit „ein literarisches Lehrstück für das 21. Jahrhundert“. 

Drei Preisträgerinnen und ein Alt-Bundespräsident

Fast von Anfang an gehört die Vergabe des Usedomer Literaturpreises zum Profil des Festivals, erstmals aber sind gleich drei Preisträgerinnen im Programm vertreten: Außer Ronya Othmann werden auch die polnische Autorin Joanna Bator (Preisträgerin von 2017) mit ihrem neuen Roman „Bitternis“ über vier Frauen-Generationen einer Familie und die ukrainische Schriftstellerin Tanja Maljartschuk (2022) mit neuen Essays als „Fenster zur Ukraine“ zu Gast sein. 

Prominent besetzt ist zuvor auch die Eröffnungsveranstaltung mit Alt-Bundespräsident Joachim Gauck, der im Gespräch mit der Journalistin Helga Hirsch die Ursachen des schwindenden Vertrauens in unsere Demokratie erkunden will.

Mit solch ambitioniertem Programm lade das Festival vom 10. bis 13. April „zu einer literarischen Atempause und erholsamen Stunden“ ein, wolle zugleich inhaltlich erneut „nah an der Gegenwart und den brennenden Fragen unserer Zeit“ sein, bekundet Thomas Hummel als Intendant der Usedomer Literaturtage wie auch des Usedomer Musikfestivals. Während das Musikfestival jeweils im Herbst musikalische Weltklasse auf die Insel bringt, sorgen die Literaturtage mittlerweile zum 16. Mal im Frühjahr für hochkarätige Saisonverlängerung.

Im Programm der Usedomer Literaturtage 2024 sind am 10. April Joachim Gauck, am 11. April Tanja Maljartschuk mit „Fenster zur Ukraine“, am 12. April Joanna Bator mit „Bitternis“, sowie am 13. April Ronya Othmann (11 Uhr) und Literaturnobelpreisträger Jon Fosse (19.30 Uhr) zu erleben. Karten gibt es über die Internetseite www.usedomerliteraturtage.de, in den Vorverkaufsstellen der Insel Usedom sowie auf dem Portal www.reservix.de.