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Ostseeküste

Strandkörbe auf Usedom für den Sommer schon jetzt begehrt

Usedom / Lesedauer: 4 min

Teilweise buchen Sonnenanbeter für ihren Urlaub in Vorpommern schon jetzt die Strandkörbe für den Sommer. Aber die Verleiher versichern, dass die Kapazitäten längst noch nicht ausgeschöpft sind.
Veröffentlicht:11.03.2023, 08:10

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Noch herrschen winterliche Temperaturen, doch die ersten Strandfans buchen bereits jetzt Strandkörbe für den Sommer. Vor allem auf der Insel Usedom, wo schon seit fast 100 Jahren Strandkörbe produziert werden, gehen in diesen Tagen bereits die ersten Bestellungen bei den Strandkorbvermietern ein.

In den Kaiserbädern der Sonneninsel werden laut Kurverwaltung in der Saison etwa 4000 Strandkörbe aufgestellt. Es gebe in Heringsdorf, Ahlbeck und Bansin knapp 40 gewerbliche Vermieter, sagt Mike Golon aus der Verwaltung der Kaiserbäder. Hinzu kommen private Strandkörbe etwa von Ferienunterkünften, die ihren Gästen auf Wunsch diese Sonnenkörbe zur Verfügung stellten. Die meisten Vermieter starten in der Regel schon in fünf Wochen, an den Osterfeiertagen, Stück für Stück in die Saison.

In der Regel Buchung erst zeitnah im Urlaub

Einer von ihnen ist Ringo Paukewadt. „Wir haben noch gut Kapazitäten“, sagt der Vermieter von 150 Strandkörben im Zentrum von Ahlbeck. Die Vorbuchungen lägen bei etwa 20 Prozent. Das sei für diese Jahreszeit aber schon gut. Buchungen seien bei ihm erst seit drei bis vier Jahren per Internet möglich. Es gingen aber ständig Buchungen ein.

In der Regel aber würde der Strandkorb während des Urlaubs zeitnah direkt am Strand gebucht, sagte Paukewadt. Einige Gäste riefen auch vier bis fünf Wochen vorher an, Stammgäste auch noch früher. Wirklich voll vermietet seien seine Körbe nur etwa 20 bis 25 Tage in der Hauptsaison, und auch dann nur, wenn das Wetter gut sei.

Der Korbverleih Erdmann in Heringsdorf bietet Reservierungen ab sechs Tagen an. Während die Tagesmiete 12 Euro beträgt, sind Strandkörbe hier zur Wochenmiete von 72 Euro zu haben. Wer aber nur mal ein Sonnenbad für eine Stunde nehmen möchte, kann einen Strandkorb für einen Obolus von drei Euro bekommen.

So wie hier in Zinnowitz wird es bei hochsommerlichem Wetter auf der Insel Usedom durchaus mal so voll, dass nicht nur alle Strandkörbe belegt sind.
So wie hier in Zinnowitz wird es bei hochsommerlichem Wetter auf der Insel Usedom durchaus mal so voll, dass nicht nur alle Strandkörbe belegt sind. (Foto: Stefan Sauer)

Auch bei Detlef Grinda sind bereits die ersten Anfragen eingegangen. Er gehört zu insgesamt drei Strandkorbvermietern, die im Seebad Trassenheide diese Sonnenschutz–Sitzmöglichkeiten aufstellen, reparieren und vermieten. „Jeder von uns hat seine eigene Fläche am Strand zugewiesen bekommen“, sagt der Unternehmer, der schon seit Jahrzehnten vermietet und inzwischen 160 Körbe in seinem Winterlager stehen hat.

Die Saison beginne meist schon zu Ostern, so Grinda, der im April die ersten Strandkörbe zum Strand fahren will, vorausgesetzt die Wetterprognosen sind gut. „Danach gibt es dann meist noch mal eine kleine Flaute, ehe im Mai die Badesaison beginnt und die Nachfrage nach den Strandkörben deutlich wächst.“ Die Miete koste bei ihm zwölf Euro pro Tag. Verfügbar seien aber auch Dreisitzer, die für 18 Euro zu haben seien. „Ab September baue ich dann wieder ab.“ Zurück im Lager werden die Strandmöbel dann, wenn nötig, wieder instandgesetzt oder teilweise durch neue ersetzt.

Im Nachbarort Zinnowitz vermietet Mayk Borchardt in der Saison insgesamt 80 Strandkörbe am Hundestrand. Bei ihm könne man ab Mai buchen. „Wir haben täglich immer Strandkörbe frei, ist gar kein Problem“, versichert er. Generell gebe es auf Usedom zwar einen Vorbuchungsstand. „Aber hier kriegt man immer einen freien Korb.“

Auch an Bodden und Haff sind Vermieter vorbereitet

Auch an den Badeorten auf dem vorpommerschen Festland bieten immer mehr Strandkorb–Unternehmer ihre Dienste an. Am Stettiner Haff zum Beispiel, vor allem im Strandbad Ueckermünde, das in drei Jahren sein 100–jähriges Jubiläum begeht, wissen viele Badegäste die windgeschützten Korbmöbel zu schätzen. An dem 800 Meter langen Strand ist ein Strandkorb schon für sechs bis acht Euro pro Tag zu haben. In vielen Orten kann man Strandkörbe auch per App (Strandbutler) ordern. Mancherorts gehören sogar Zeitungsservice, Toilettennutzung und barrierefreier Zugang zum angebotenen Service dazu.

Einer zunehmenden Beliebtheit erfreuen sich Strandkörbe auch im Seebad Lubmin am Greifswalder Bodden. Zwar lägen aktuell noch keine Internetbuchungen vor, sagt Ute Hahnemann von der Kurverwaltung. „Unsere Strandkorbanbieter rechnen erst ab Mai und dann bis in der September hinein mit Geschäften.“ Insgesamt werden dann am Strand nach Hahnemanns Angaben etwa 30 Körbe aufgestellt und zum Tagespreis von 13 Euro vermietet.