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Zwölf Gründe

Warum die Ostsee besser als die Seenplatte ist

Neubrandenburg / Lesedauer: 6 min

Die Ostsee ist die einzig wahre See, da kann keine Seenplatte dieser Welt mithalten. Hier steht, warum das so ist.
Veröffentlicht:12.08.2021, 17:30

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Es gibt viele gute Gründe, die Seenplatte zu lieben, doch die einzig wahre See bleibt die Ostsee! Vor einer Woche hatten wir zwölf Gründe präsentiert, warum die Seen in der Mecklenburgischen Seenplatte, in Vorpommern oder der Uckermark in Wahrheit das bessere Ziel sind. Gute Badestellen zeigte unsere Bildergalerie auch.

Nun drehen wir die Gräte um und belegen völlig subjektiv wie endgültig, dass man an der Ostsee im Zweifel immer oben auf schwimmt.

Bei der Auswahl sind viele Tipps aus der Redaktion und unserer Leser zusammen gekommen. Manche sind vielleicht weniger ernst als andere zu verstehen. Vielen Dank dafür!

1. Die Strände sind länger

An der Ostsee ist es möglich, stundenlang am Strand zu spazieren und dann ist man noch immer nicht angekommen. Klar, Steilküsten und Kreidefelsen liegen mitunter im Weg, doch allein Mecklenburg-Vorpommern verfügt über 2000 Kilometer Küstenlinie und dann ist man gerade einmal an der Grenze zu Polen angekommen. Da geht es noch viel weiter! Mit diesen unendlichen Weiten kann nicht einmal die Müritz mithalten.

2. An den Stränden gibt es viel mehr Sand

Die Strände sind nicht nur lang, sondern auch gigantisch groß. Feiner Sand gehört zum Badeurlaub einfach dazu und an der Ostsee ist der sogar garantiert: Selbst wenn Sturmfluten die Küsten durcheinander wirbeln, dann macht das Land jedes Jahr Millionen locker, damit alles wieder so schön ist wie vorher.

An der Seenplatte sind die Strände viel kleiner, manche Badestellen liegen sogar direkt im Wald. Wer dort baden geht, muss die Natur wirklich lieben.

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3. Kreidefelsen und Küstenwälder

Über die spektakulären Strände wurde nun schon genug geschrieben, doch wo kein Sand ist, da wird es sogar noch besser: Steilküsten und Kreidefelsen wie die Ostsee hat kein Binnensee zu bieten. Wind und Wetter haben etwa die atemberaubenden Formationen im Nationalpark Jasmund über die Jahrhunderte geformt und sie sind heute UNESCO-Weltnaturerbe.

Neben den Felsen gibt es auch noch Küstenwälder. Im stetigen Wind wachsen die Bäume dort in eigenartigen Mustern. In Nienhagen bei Rostock spricht man sogar von einem Gespensterwald.

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4. Die Luft ist rein

Im Hochsommer liegt mitunter eine drückende Hitze über dem Binnenland und das spürt man natürlich auch am Badesee. Jede Bewegung wird zum Kraftakt und auch das Wasser kann fast schon unangenehm warm werden. An der Ostsee sorgt zumindest der Wind dafür, dass die Schwüle weggeweht wird. Was bleibt, ist frische Luft mit einer angenehmen Salznote.

5. Das Wasser ist salzig

Mit Süßwasser kommen allenfalls die ganz Süßen klar, ernsthaft baden kann man aber nur im Meer. Auch die klare Luft an der Ostsee ist dank des Salzes und anderer Mineralien sogar noch gesünder: Sie ist gut für die Atemwege und die winzigen Kristalle reflektieren sogar das Sonnenlicht. So wird man an der Ostsee schneller braun. (Und an der Nordsee erst recht!)

6. Die Sonne scheint öfter

Sowieso, die Sonne: Wer die Sonne sucht, der ist an der Ostsee immer richtig. Die meisten Sonnenstunden nicht nur in Mecklenburg-Vorpommern sondern sogar bundesweit gab es zuletzt auf Rügen und an der Vorpommerschen Küste.

7. Es sind mehr Menschen da

Klar, Menschen können nerven und Touristen manchmal auch, doch wenn viele Leute da sind, dann ist wenigstens auch was los. An der Seenplatte finden die Besucher höchstens mal ein hübsches Café oder ein kleines Konzert. Die Ostsee bietet mehr Events, mehr Ausstellungen, mehr Freizeitparks, mehr Attraktionen und weniger Sorgen, im Urlaub etwas zu verpassen. An der Küste lässt sich mehr erleben und man kann auch Menschen kennen lernen – oder in der Masse untergehen.

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8. Die Städte sind älter – und prächtiger

Dank der vielen Menschen sind die Städte an der Küste auch viel größer – und deutlich älter. Die Innenstädte von Wismar und Stralsund sind Weltkulturerbe, aber auch Rostock oder Greifswald können auf eine stolze Tradition als Hansestädte zurück blicken. Schon vor vielen Jahrhunderten waren diese Städte von Bedeutung und das sieht man bis heute: etwa an den großen Kirchen der norddeutschen Backsteingotik oder den prächtigen Fassaden alter Kaufmannshäuser. Klar, auch Anklam und Demmin sind Hansestädte, waren aber nie so wichtig wie ihre Partner an der Küste.

Beim Thema Architektur gibt es auch an den Kaiserbädern auf Usedom viel zu sehen. Heringsdorf, Bansin und Ahlbeck waren lange das Ziel der feineren Gesellschaft aus Berlin und das sieht man bis heute. Die Seenplatte ist da bodenständiger, doch wir sehnen uns doch alle nach ein wenig Luxus. Zumindest, um mal zu gucken!

9. Robben sind viel niedlicher

Okay, die Biber der Seenplatte sind wirklich niedlich, aber die Ostsee hat da schon noch ganz andere Arten zu bieten. Da gibt es sogar Robben und Schweinswale – und es werden sogar mehr!

Doch Vorsicht: Besser aus der Ferne bewundern, aber den Tieren lieber nicht zu nahe kommen. Der BUND rät zu vorsichtigem Verhalten bei Robbensichtungen am Strand. Jeglicher Kontakt zu den Robben sollte zum Schutz der Tiere aber auch der Menschen unterlassen werden.

10. Die Ostsee ist immer da

Die Ostsee ist immer da, wenn du sie brauchst. Andere Meere wie die Nordsee geben sich zwar rauer und gewaltiger, doch haben sie auch die merkwürdige Angewohnheit, den halben Tag verschwunden zu sein. Die Gezeiten sind an der Ostsee kaum wahrnehmbar.

11. Es gibt Kreuzfahrtschiffe

Kreuzfahrtschiffe sind viel zu groß, viel zu laut und ein Mahnmal für alles, was im späten Kapitalismus schief gelaufen ist. Das wurde schon in der Liste von vergangener Woche klargestellt und so bleibt es auch. Und trotzdem verbinden die Menschen mit den riesigen Dampfern eine gewisse Faszination. Wenn in Warnemünde wieder einmal ein Ozeanriese auf große Fahrt aufbricht, dann ist das ein Ereignis. Mitunter stehen hunderte Menschen an der Mole und winken zum Abschied.

Gebaut werden viele Schiffe in unseren Werften. Die sind zwar oft in Turbulenzen, doch nach wie vor ein Aushängeschild für unser Land.

12. Alles ist schneller – und dann wieder nicht

Die Ostsee hat so viel zu bieten, da kann der Urlaub schon mal in Stress ausarten, wie wir in der ersten Liste bereits kritisch angemerkt hatten. Doch wer Vergnügen sucht, der kommt durchaus auf seine Kosten und das hat auch seine Vorteile. Zum Durchatmen und Den-Wellen-Zuhören bietet die Ostsee dann aber trotzdem immer wieder mehr als genug Platz. Sie ist groß genug für alle.

Aber sind wir doch einmal ehrlich: Ob nun Ostsee oder Seenplatte, in Wahrheit hat doch jede Region ihre Vorzüge und ihre Nachteile. Wir können uns glücklich schätzen, beide Welten so nah beieinander zu haben und sogar wählen zu können, wohin die nächste Reise gehen soll. Ahoi!

Hier geht es zur ersten Liste:Warum die Seenplatte besser als die Ostsee ist