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Besser als gedacht

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Guter Service auf Radweg Berlin-Usedom

Radler
Den Radweg Berlin-Usedom erkunden Carl, Max und Hannah zusammen mit ihren Eltern Simone Löwe und Thomas Leitert.
Rainer Marten

Freundliche Unterkünfte und exzellente Reparaturmöglichkeiten. So sieht das Fazit einer Familie aus die sich spontan mit ihrem Fahrrad auf den Weg machte.

Aus ihren Fenstern in Niederschönhausen sah Simone Löwe sie immer wieder – die Berliner, die ab dem Frühsommer gen Usedom radelten. Einzelfahrer, kleine Grüppchen, Paare – sie alle hatten spätestens ab Ostern nur Usedom im Blick. Eigentlich müssten wir das auch mal probieren, schoss es der Mutter von drei Kindern immer wieder mal durch den Kopf, wenn die Urlaubszeit nahte.

Wenig später setzte sich die fünfköpfige Familie ins Auto – und fuhr rund 2500 Kilometer in Richtung Südfrankreich. Die Kinder maulten ob der langen Fahrzeit, stritten gelangweilt oder spielten ganz vernarrt mit dem Gameboy. Genau dann kam der Gedanke wieder auf: Wie schön wäre doch eine Tour mit dem Rad...

2012 bekamen die Zwillinge Hannah und Carl neue Räder. Ein erstes Vorzeichen für 2013? Seit vier Tagen ist die Familie nun mit Sack und Pack unterwegs. Eine Spontanreise. Nichts ist gebucht. Ein echter Test der deutschen Infrastruktur. Darf man so auf Reisen gehen? Simone Löwe und ihr Mann Thomas Leitert sagen ein klares Ja!

„Wir legen am Tag zwischen 50 und 60 Kilometer zurück, dann quartieren wir uns ein“, erzählt Simone Löwe. „Probleme bei der Quartiersuche erlebten wir nicht.“ Die fünfköpfige Familie übernachtete am Werbelinsee, in Blankenburg und im Hotel „Am Park“ in Pasewalk. „Frau Dahlke in Blankenburg können wir ausdrücklich jedem empfehlen. Das kleine Frühstück, das sie versprach, war eine richtige Mahlzeit“, schwärmt Simone Löwe. Zur Begeisterung trug auch der selbst gemachte Apfelsaft bei. „In Frankreich kann man sehr persönlich die Menschen erleben. Sie sind in ihrer Art und im Umgang sehr freundlich. Die Menschen hier am Radweg in Richtung Usedom sind keinesfalls anders. Für uns ist das eine Erfahrung“, schwärmt sie.

Den Radweg bewertet die Familie unterschiedlich. Im Bereich Steglitz-Steinhöfel erlebte die Familie eine echte Katastrophe. Stuckeldamm, nichts ist ausgebaut. In der Uckermark klappte das Radeln. Zwischen Prenzlau und Pasewalk indes gibt es eine kurze Sand- und Splittpiste. Fahren kaum möglich. Die Hauptwege der 315 Kilometer langen Tour sind indes gut – laut Beschreibung.
Richtig Schaden nahm sowohl Simones Löwes Fahrrad – an der Gangschaltung – als auch das ihres Mannes Thomas Leitert – am Vorderrad. Das war kein Grund zum Abbruch.

Prenzlau bietet mit dem „Fahrradladen“ in der Schwedter Straße einen exzellente Reparatur-Stützpunkte. Man muss sich dazu immer wieder informieren, meint die Familie. „Was unsere Tour bis jetzt betrifft – wir sind sehr zufrieden“, sagt Thomas Leitert. Der größte Mangel bis jetzt sei, dass die Tourismus-Informationen nach den Öffnungszeiten nicht auf Rufumleitungen zurückgreifen, um über einen Art Bereitschaft sehr frühe oder sehr späte Anfragen der Reisenden zu bearbeiten. Die beiden wichtigsten Radwege der Region, der Oder-Neiße-Radweg und der Radweg Berlin-Usedom, werden im Sommer monatlich von bis zu 2000 Fahrradtouristen genutzt. Allein die Juni-Zählung in Penkun am Oder-Neiße-Radweg ergab rund 700 Radfahrer.