Tourismus/Freizeit

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„Rotspon“ wird immer beliebter

Ein trockener Merlot mit silbernem Etikett und auf Wunsch in edler Verpackung: Den „Demminer Rotspon“ muss Anne Eggert in der Demminer Stadtinformation immer häufiger aus dem Regal holen.
Georg Wagner

Manches ist neu in den Souvenirregalen der Region, anderes schon wieder verschwunden. Was aber können Touristen aus dem Urlaub mit nach Hause nehmen?

Als einige Loitzer zur Förderung des Tourismus in ihrer Stadt das Projekt „PeeneTours“ ins Leben riefen, war Susanne Bohndorf schnell von dem Gedanken begeistert. Und nicht nur das.

Die leidenschaftliche Köchin und Kennerin vieler Rezepte steuerte auch eine eigene Idee bei. Sie kreierte gemeinsam mit anderen den sogenannten Peenebüdel, einen kleinen Beutel, der diverse Mitbringsel aus der Region enthielt. Vor Ort hergestellter Honig fand sich in dem Leinensäckchen ebenso wie die eigene Teemischung „Seute Deern an der Peene“, ein Rezeptheft und Ansichtskarten von Loitz. „Der“, erinnert sich Susanne Bohndorf, „ging durch ganz Deutschland.“ Loitzer nahmen ihn als Geschenk mit bis nach Frankfurt und Karlsruhe, so wie die zuvor erarbeiteten Kochbücher dank solcher „Kuriere“ sogar bis nach Kanada und in die USA ihren Weg fanden.
Kleine Mitbringsel sind eben beliebt, bei Urlaubern ebenso wie bei Einheimischen, die nach auswärts auf Besuch fahren. Das weiß auch Anne Eggert. Sie betreut die Demminer Stadtinformation und kann in ihrem neuen Domizil am Hanseufer mittlerweile aus einem Fundes von kleineren und größeren Dingen schöpfen – auch wenn es im Demminer Land nicht gleich reihenweise Läden mit Krimskrams von der Spazierstockplakette bis zur Schneekugel gibt, wie das in manchen Touristenhochburgen mit weltberühmten Sehenswürdigkeiten der Fall ist.

Stattdessen liegen in den Regalen der Stadtinformation beispielsweise Taschen und Schlüsselanhänger mit dem Stadtwappen, Anstecker, Tassen und Kerzen vom benachbarten Hanseviertel bereit, ebenso wie seit Jahren die kleinen plüschigen Peenebiber. „Das läuft gut“, sagt Anne Eggert und fasst sich gleich darauf an den Kopf. Kartoffelschnaps und –creme vom Kartoffelhof sind ausverkauft. „Da muss ich wieder hin.“

Neuerdings aber hat die Stadt in ihrem Souvenirangebot eine eigene Spezialität der etwas gehobeneren Klasse. Der „Demminer Rotspon“, ein trockener Rotwein der Sorte Merlot, erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Das gilt für Touristen ebenso wie für Demminer, die ihn gern als Geschenk mit auf Reisen nehmen. Was es nicht überall im Supermarkt gibt, kommt eben anderswo an. „Die Leute freuen sich, wenn man etwas aus der eigenen Stadt mitbringt“, hat Anne Eggert festgestellt.

Diesen Gedanken hatten einst auch die Loitzer, als sich die damalige Initiative an das Tourismusprojekt machte. Doch so gut ihr Peenebüdel anfangs gefiel, er ist heute nicht mehr zu finden. Stattdessen müssen Besucher auf anderes zurückgreifen.

Einen im Jahr 2009 gedrehten Film über Loitz und seine Umgebung gebe es noch, weiß Karin Heymann, die in der Stadt ein Reise- und Medienunternehmen betreibt. „Den hat noch der frühere Bürgermeister über das Kompetenzzentrum auf den Weg gebracht.“ Außerdem erhältlich sei unter anderem eine Tasse mit Loitzer Ansichten, natürlich auch Ansichtskarten. „Eventuell“, meint sie, „macht auch das Moro-Projekt noch etwas.“ Genau weiß sie es nicht.

Auch die PeeneTours gehören der Vergangenheit an. Das Projekt wollte eine Art Initialzündung sein, zugleich sollten viele ein wenig verdienen können. Doch daraus wurde nichts. Viel zu viele Bestimmungen hätten dem Ganzen entgegen gestanden, erinnert sich Susanne Bohndorf an die kurze Aufbruchstimmung vor rund acht Jahren.

Aber auch an der Resonanz seitens der Anbieter und damaligen Stadtverwaltung mangelte es, blickt Henning Rischer als eine der Initiatoren zurück. Der Verein existiere zwar pro forma noch, mehr aber auch nicht.

Der „Peenebüdel“ überlebte das Projekt für kurze Zeit. Er sei noch eine Weile über den Kummerower See angeboten worden, sagt Susanne Bohndorf, doch dann schlief das Ganze ein. „Schade“, findet sie. „Es hat viel Spaß gemacht und es steckte auch eine ganze Menge Herzblut drin.“

Kontakt zum Autor: g.wagner@nordkurier.de