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Auf Reisen ist ein Handy Gold wert

Wo bin ich hier eigentlich? Es gibt Smartphone-Anwendungen, die die genauen Koordinaten des eigenen Standortes mithilfe eines Fotos ermitteln können.
Wo bin ich hier eigentlich? Es gibt Smartphone-Anwendungen, die die genauen Koordinaten des eigenen Standortes mithilfe eines Fotos ermitteln können.
Friso Gentsch

In 44 Sprachen flirten, ein Mietauto suchen oder einfach die nächste Toilette finden: Ein Smartphone kann im Urlaub zum Helfer in allen Lebenslagen werden. Auf dem Markt tummeln sich aber auch viele ungewöhnliche Apps – deren Nutzwert mal größer und mal kleiner ist.

•  Richtig packen leicht gemacht

Schlafsack, Isomatte, Mückenspray – etwas vergessen? Oft bleibt ein wichtiger Gegenstand daheim – was leider erst im Urlaub auffällt. Die kostenlose App „Packlisten To Go“ schafft Abhilfe. Mit ihr können Urlauber Listen anlegen oder auf fertige Merkzettel zurückgreifen – etwa mit allen Utensilien für einen Festivaltrip. „Gerade für Gelegenheitsreisende können Packlisten-Apps eine Inspiration sein“, findet Peter Althaus, der den Reiseblog www.rooksack.de betreibt. Althaus ist im Jahr zwischen 120 und 180 Tagen auf Reisen und war schon in über 50 Ländern. Er nutzt seine Listen-App unter anderem, um unverzichtbare Utensilien keinesfalls zu vergessen. „Die schreibe ich auf den Merkzettel, damit sie garantiert in der Reisetasche landen.“

•  Nie mehr an einem Jetlag leiden

Auf langen Flügen Richtung Westen oder Osten kommt oft die innere Uhr durcheinander. Die Folgen sind körperliche und mentale Beschwerden – ein klassischer Jetlag. Die App „Jet Lag Rooster“ (kostenlos) will den Zeitzonenkater bekämpfen. Auf Basis von Abflug- und Zielort sowie Start- und Landezeit errechnet die englischsprachige Anwendung laut Hersteller einen individuellen Plan, um den Jetlag so weit wie möglich zu reduzieren. Sie gibt dem Nutzer dafür unter anderem Empfehlungen zu Schlaf- und Wachzeiten. Ein weiterer Vorteil dieser App: Für den Betrieb benötigt die Anwendung kein Internet.

•  Hindu? Kein Problem! Flirten in allen Sprachen

Ein kurzer Blickkontakt, ein Lächeln – doch wie sprechen Reisende im Ausland den attraktiven Fremden an? Die kostenpflichtige App „Lingopal Flirta“ (5,99 Euro) sorgt auf die Schnelle für einige charmante Sprüche. 300 Sätze in 44 verschiedenen Sprachen – zum Beispiel Hindu, Afrikaans oder Tschechisch – stehen laut Hersteller bereit, um die Person der Begierde zu beeindrucken. Dennoch ersetzt die App keine Sprachkenntnisse. „Eine Konversation wird darüber kaum in Gang kommen“, sagt Reiseblogger Althaus. Allerdings traut er den Flirtsprüchen zu, dass „sie als lustiger Gesprächseinstieg das Eis brechen können.“ Das klappt jedoch nur, wenn nach dem kurzen Ausflug in die jeweilige Landessprache in einer gemeinsamen Sprache weitergeredet werden kann – meist auf Englisch.

•  Immer ein stilles Örtchen in der Nähe finden

Die Blase drückt, und in der fremden Stadt ist einfach keine Toilette zu finden? Das raubt jede Urlaubsfreude. Vielleicht hilft hier die App „Sitorsquat“ (kostenlos). Mit einem Klick zeigt das Programm nahe gelegene öffentliche Toiletten auf einer Karte an. Laut Angaben des Betreibers sind weltweit über 100 000 stille Örtchen auffindbar. Filter erlauben die Suche nach behindertengerechten oder kostenfreien Toiletten sowie Wickelräumen. Althaus schränkt den Nutzer der App jedoch ein: „In Ländern mit schlechter Infrastruktur wird er nichts bringen.“ Dort sind öffentliche Toiletten rar.

•  Fotos präzise dem Standort zuordnen

Oft ist die Ortungsfunktion von Kamera-Apps ziemlich ungenau und weicht stark vom tatsächlichen Standort ab. Mit der App „Mapcam – Geo-Kamera“ (kostenlos) wird dieses Problem beseitigt. Das Prinzip: Die App ermittelt per GPS den exakten Standort. Ist der gefunden, wird das mit einem grünen Kreis angezeigt. Danach wählen Reisende mit nur einem Klick direkt eine Kamera-App ihrer Wahl und knipsen los. „Die Ortsangaben sind viel präziser als mit der Kamera-Anwendung“, erläutert Dirk Bongardt, der für die „PC Welt“ Android-Apps auf ihre Funktionalität testet. Clever: Verknüpft mit der ebenfalls kostenlosen App „Photomap – Geo-Bildbetrachter“ desselben Anbieters, können Urlauber anhand ihrer Bilder die Reiseroute nachvollziehen.

•  Reisekasse führen

Der Einkauf im Supermarkt, das Bezahlen des Mietwagens – nicht immer können die Kosten in einer Reisegruppe sauber aufgeteilt werden. Hier sind Apps wie die kostenlose Anwendung „Reisekasse“ die Lösung. Darin protokollieren Urlauber alle angefallenen Kosten. Das Programm erledigt am Ende der Reise den Kassensturz für die Reisegruppe.

•  Bilderbuch für Verständigungsprobleme

Wer die Sprache eines Landes nicht beherrscht, versucht manchmal sprichwörtlich, mit Händen und Füßen zu sprechen. Doch Vorsicht: Gesten können in anderen Kulturen auch falsch verstanden werden, mahnt Althaus. Was in Deutschland als höflich gilt, kann in anderen Ländern eine Beleidigung sein. Bilder sind dagegen eine sichere Sache, weil sie wenig Raum für Interpretationen lassen. Darin liegt das Potenzial der App „Image It“ (0,99  Euro), die Gegenstände als Piktogramme anzeigt. Diese sind nach Kategorien wie Freizeit, Transport oder Essen geordnet. Gerade in den Ländern, in denen Reisende mit klassischen Schulsprachen wie Englisch oder Spanisch nicht weiterkommen, kann sich die App bewähren. Althaus: „Sie ist gewissermaßen die digitale Variante der klassischen analogen Reise-Bilderbücher.“