Adults-Only-Konzept

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Reines Frauen-Hotel auf Mallorca eröffnet im April

Die Sonneninsel Mallorca bekommt im kommenden April ihr erstes Hotel nur für Frauen.
Die Sonneninsel Mallorca bekommt im kommenden April ihr erstes Hotel nur für Frauen.
Stephanie Schuster

Frauen-Fitnessstudios sind mittlerweile vielfach zu finden. Jetzt wird der Trend auch im Hotelgewerbe massentauglich: Auf Mallorca wird 2019 das erste Frauen-Hotel eröffnet.

Die Sonneninsel Mallorca bekommt im kommenden April ihr erstes Hotel nur für Frauen. Heißt im Umkehrschluss: Eintritt für Männer und Kinder unter 16 Jahren verboten! Den Entschluss zu dieser ganz besonderen „Bettenburg” fasste die Hotelkette Som. Sicher, geschlechtsspezifische Unterkünfte sind zwar keine Neuigkeit, allerdings wird diese Geschäftsidee nun aus ihrem Nischendasein gehoben und massentauglich gemacht.

Das Frauen-Hotel wird seine Pforten im Küstenort Porto Cristo knapp 60 Kilometer von Hauptstadt Palma entfernt öffnen und den Namen „Som Dona” tragen. Zudem soll das 39-Zimmer-Hotel ausschließlich von Frauen bewirtschaftet werden. Der Chef der Hotel-Kette, Joan Enric Capellá, betont derweil: „Es geht uns nicht darum, uns in irgendeiner Form für Frauenrechte oder den Feminismus einzusetzen.” Zuerst darüber berichtet hatte die inseleigene „Mallorca Zeitung”.

Capellá folgt schlichtweg dem wachsenden Trend, dass immer mehr Frau allein verreisen oder eben in reinen Frauengruppen unterwegs sind, wie er in dem Zeitungs-Interview erklärte. Eine Umfrage habe zudem ergeben, dass sich viele weibliche Gäste vorstellen könnten, in einem reinen Frauen-Hotel Urlaub zu machen. Damit reiht sich diese Unterkunft nahtlos in die stetig größer werdende Gruppe von sogenannten Adult-Only-Konzepten ein, für die es offensichtlich einen wachsenden Markt beziehungsweise die Nachfrage gibt.

Wirbel um kinderfreies Restaurant auf Rügen

Das dieses Geschäftsmodell auch auf Kritik treffen kann, weiß das Rügener Restaurant und Hotel „Oma's Küche und Quartier” zur Genüge. Es ist zwar nicht geschlechtsspezifisch, aber es verwehrt Kindern unter 14 Jahren nach 17 Uhr den Zutritt. Die Idee dazu hatte Restaurantinhaber Rudolf Markl, nachdem er sich mit zahlreichen verzogenen Kindern im Restaurant herumärgern musste. „Wir wollen keine Kinder diskriminieren, sondern den Erwachsenen einen entspannten Abend ermöglichen”, so Markl im Sommer. Obwohl die Kritik besonders in den sozialen Medien überaus rüde war, sei der Zuspruch doch überwiegend positiv, hieß es weiter.

Ein weiteres Beispiel für das wachsende Interesse dieser vermeintlichen Nische sorgte im August vielfach für mediales Aufsehen. Denn in Berlin-Kreuzberg öffnete Ende Juli Deutschlands erste Shisha-Bar nur für Frauen. Nicht einmal der Chef der „Lady Hookah“-Bar darf das Lokal betreten. Mit seinem weiblichen Personal kommuniziert er zum Großteil per Funk – mit einem Walkie-Talkie. „Viele gehen heute nicht mehr in Diskotheken, sondern in Shisha-Bars, um jemanden kennenzulernen. Frauen werden dort oft angesprochen, obwohl sie es nicht wollen”, erklärt Betreiber Muhammad Armih. Offensichtlich wurde damit ein Nerv getroffen, da die knapp 60 Plätze regelmäßig besetzt seien, wie eine Mitarbeiterin versichert.