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Urlauber können kostenlos stornieren

In Ägypten droht neue Gewalt und das Auswärtige Amt hat inzwischen die zweithöchste Reisewarnstufe ausgerufen.             
In Ägypten droht neue Gewalt und das Auswärtige Amt die zweithöchste Warnstufe für Reise ausgerufen.  
Ali Sabaa

In Ägypten droht neue Gewalt. Die Islamisten machen mobil. Die Armee schwärmt aus. Und das Auswärtige Amt hat den Reisehinweis verschärft. Eine kostenlose Stornierung von Reisen ist nun möglich.

Angesichts des verschärften Reisehinweises vom Auswärtigen Amt dürften viele Verbraucher jetzt darüber nachdenken, einen Ägypten-Urlaub zu stornieren. Nach Einschätzung des Reiserechtlers Paul Degott aus Hannover müssen sie keine Stornierungskosten befürchten, obwohl das Ministerium in Berlin bislang keine Reisewarnung ausgesprochen hat. Es rät derzeit aber von Reisen in das Land am Nil ab. Diese Mahnung steht eine Alarmstufe unter der Reisewarnung. Außerdem herrscht offiziell der Ausnahmezustand in Ägypten.

In so einer Situation könne man niemandem mehr zumuten, in Ägypten Urlaub zu machen, erläuterte Degott. Ein flächendeckender Notstand heiße: „Es kann alles zusammenbrechen, es ist gefährlich.“ Das gelte seiner Meinung nach bereits, seitdem der Ausnahmezustand herrscht. Der verschärfte Sicherheitshinweis bestätige diese Bewertung, sagte Degott.

Um eine bevorstehende Reise beim Veranstalter zu stornieren, setzen Kunden einen Brief auf, in dem sie sich auf höhere Gewalt berufen. Darin fordern sie, den gesamten Reisepreis bis zu einem bestimmten Datum zurückzuüberweisen. Einige Veranstalter gehen auf diese Forderung derzeit ein. Kunden müssten sich aber darauf einstellen, dass manche Veranstalter die Forderung ablehnen. Sie berufen sich nach Einschätzung Degotts vermutlich in einem Antwortbrief auf den Hinweis des Auswärtigen Amtes, der noch keine Reisewarnung ist. Somit sei noch keine kostenlose Stornierung gerechtfertigt.In dem Fall bezeichnen sie die Stornierung als normalen Rücktritt vom Reisevertrag und verlangen eine Stornierungsgebühr von beispielsweise 85 Prozent. Auf das Konto des Kunden überweisen sie dann nur 15 Prozent des Reisepreises. Der Kunde sollte in diesem Fall klagen, rät Degott.