Unsere Themenseiten

:

Reisen zum Spargel

Das Spargelstechen ist eine Wissenschaft für sich und die Anbaugebiete des Gemüses sind eine Reise wert.  Foto: srt/Archiv

VonSibylle von KamptzEndlich: Die Spargelzeithat begonnnen. Liebhaber der weißen Stangen unternehmen im Frühjahr wahre Pilgerreisen in die Anbaugebiete des ...

VonSibylle von Kamptz

Endlich: Die Spargelzeit
hat begonnnen. Liebhaber der weißen Stangen unternehmen im Frühjahr wahre Pilgerreisen in die Anbaugebiete des Gemüses.

Wolfratshausen.Vor den Toren Wiens liegt mit dem Marchfeld eines der berühmtesten österreichischen Spargel-Anbaugebiete. 1900 Sonnenstunden pro Jahr und leichte, sandige Böden sorgen für eine hohe Qualität. Das Spargelstechen ist dabei eine Wissenschaft für sich: Der Spargelstecher geht durch die Reihen, wo sich die Erde leicht hebt, verbirgt sich eine Stange. Er gräbt sie mit den Händen frei und trennt sie mit einem speziellen Messer in 25 bis 30 Zentimeter Tiefe ab. Danach wird der Damm geglättet, damit man neue Wölbungen oder Risse gut erkennen kann. Die Marchfelder feiern das königliche Gemüse mit verschiedenen Festen: So wird beispielsweise am 25. und 26. Mai das Ortszentrum von Deutsch-Wagram zur Genussmeile.
In Holland wachsen im Frühling nicht nur Tulpen. Auf den Feldern der Region Nord-Limburg zwischen Arcen, Grubbenvorst und Venlo drängen in angehäuften Erdsandwällen die zarten Spargeltriebe ans Licht. Wer sich vor dem kulinarischen Spargelvergnügen über Geschichte und Anbau informieren möchte, der besucht das Spargel- und Champignonmuseum de Locht in Horst-Melderslo. Frisch gestochen kann der Spargel direkt am Feld oder auf einem der zahlreichen Märkte gekauft werden – auch weiterverarbeitet zu Spargellikör, Spargelkuchen oder Spargelschokolade.
Ein Fünftel des deutschen Spargels wächst in Niedersachsen. Auf 750 Kilometern Länge verbindet die Niedersächsische Spargelstraße die wichtigsten Anbaugebiete des „weißen Goldes“ zwischen Bremen, Hamburg und Hannover. Die Badische Spargelstraße startet in Schwetzingen, wo Kurfürst Carl Ludwig 1658 das erste Spargelbeet im Schlossgarten anlegen ließ. Die 136 Kilometer lange Route verbindet zwei Dutzend beschauliche Spargeldörfer, bevor sie in Scherzheim endet. In Bruchsal befindet sich der bedeutendste Spargelgroßmarkt Europas: Von dort treten bis zu 6000 Tonnen des Edelgemüses in einer Saison den Weg in die Töpfe der Feinschmecker an.
Spargelgenuss und Blütenzauber: Wenn die Apfelblüte Südtirol in einen rosa-weißen Traum verwandelt, kommen auch Spargelfreunde auf ihre Kosten. Am größten ist das Angebot im „goldenen Spargeldreieck“ zwischen Terlan, Vilpian und Siebeneich im fruchtbaren Etschtal. Zum Spargel nicht fehlen darf die Bozener Soße, einer Mischung aus gekochten Eiern, Öl, Essig, Zitronensaft und Kräutern.
Traditionell endet die Saison in Südtirol bereits Ende Mai und nicht wie weiter nördlich erst am 24. Juni.