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Rezepte gegen „Einheitsgrau“

Straße des Friedens 8: Das Haus besticht mit seiner Fachwerkfassade; mit im Bild Anwohnerin Silvia Christoph, die sich auf das Sanierungsergebnis freut.  FOTO: Enders

Von unserem RedaktionsmitgliedElke EndersDer Bauboom in Röbel reißt nicht ab. Dabei macht die bunte Stadt am kleinen Meer ihrem Namen alle Ehre. Weitere ...

Von unserem Redaktionsmitglied
Elke Enders

Der Bauboom in Röbel reißt nicht ab. Dabei macht die bunte Stadt am kleinen Meer ihrem Namen alle Ehre. Weitere Häuser wechseln den Besitzer und werden mit einer Verschönerungskur bedacht.

Röbel.Noch ist die Fassade mit Baugerüsten „getarnt“. Aber es schimmert schon durch – das Fachwerk –, das sich wie ein hölzernes Netzwerk durch Röbels Altstadt zieht. Und wieder ist es ein markantes Gebäude, das derzeit durch einen Leipziger Bauherren einer Sanierung unterzogen wird.
Vorher trist und grau, mausert sich das mehrgeschossige Haus in der Straße des Friedens 8, Ecke Achter de Muer zusehends zum Blickfang – etwas, was auch den Anwohnern nicht entgeht: „Ja, wir gucken schon hin. Die Handwerker sind ja eifrig dabei“, hört man Passanten sagen. Und: „Ich bin gespannt, wenn das fertig wird. Das wird bestimmt schön“, gerät Silvia Christoph ins Schwärmen, die in der Nachbarschaft wohnt und täglich im Vorbeigehen ein Auge auf die Baustelle wirft.
Indes ist der Innenausbau im früheren Kindergarten, Straße der Deutschen Einheit 51, weit fortgeschritten. 20 altersgerechte Wohnungen sollen hier entstehen – inklusive Aufzug. „Der Schacht ist fertig, aber der Frost hat den Einbau des Fahrstuhls etwas verzögert“, war beim Bauherren zu erfahren. Zur Sonnenseite, sprich zum Hof, schließt sich ein Laubengang an, der Balkoncharakter trägt. Zielstellung sei es, die Wohnungen im zweiten Halbjahr bezugsfertig zu haben.
Derweil konnte Bürgermeister Heiner Müller (SPD) bestätigen, dass das lange leer stehende Haus am Ziegenmarkt einen neuen Besitzer gefunden hat. Es handelt sich um das größere von zwei zum Verkauf angepriesenen Gemäuern. Ein Einheimischer hat „zugeschlagen“. Auch hier geht die Stadt davon aus, dass sich das Gebäude nach erfolgter Sanierung harmonisch in die Bebauung einfügt. „Das ist ein sensibler Bereich“, legte Müller die hohen Ansprüche bei der Städtebausanierung dar.
Und wiederum sind es die Anwohner, die die Aussicht auf eine weitere schmucke Fassade mit Freuden zur Kenntnis nehmen, so wie Jörg Kemmereit, der mit seiner Touristinfo und dem Hofcafé gleich gegenüber viele Urlauber in die Toreinfahrt lockt: „Wir freuen uns, dass der Ziegenmarkt bald noch schöner wird“, sagte er.
Derweil gab Bürgermeister Müller den Tipp, dass all jene, die mit Hilfe von Städtebaufördermitteln sanieren wollen, sich sputen sollten: „Die Mittel sind endlich“. Und wohl auch die Objekte. Noch zu haben ist aber beispielsweise ein Häuschen am Markt, das letzte dort im Einheitsgrau. „ Zu verkaufen von privat an privat“, verwies Müller auf das Schild, das rot umrandet an der tristen Fassade gleich gegenüber seinem
Bürofenster prangt.

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