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Riesen-Lastwagen bleiben vorerst an der Leine

Wenn es nach dem Willen von Verkehrsminister Ramsauer geht, sollen die Riesenlaster schon bald auf deutschen Straßen rollen. Die Mehrheit der Länder lehnt das Vorhaben allerdings ab.

Sie sind 25,25 Meter lang und bis zu 60 Tonnen schwer. Doch bisher dürfen Europas Gigaliner nur auf genau vorgezeichneten Routen in einigen Mitgliedstaaten ...

Sie sind 25,25 Meter lang und bis zu 60 Tonnen schwer. Doch bisher dürfen Europas Gigaliner nur auf genau vorgezeichneten Routen in einigen Mitgliedstaaten Lasten transportieren. Das soll sich ändern: Die Brüsseler EU-Kommission hat nach den ersten Versuchsergebnissen aus den beteiligten Ländern grünes Licht für grenzüberschreitende Fahrten gegeben. Demnächst dürfen die „Monster-Trucks“ zwischen zwei Mitgliedstaaten fahren. Voraussetzung aber ist die Genehmigung der zuständigen Regierungen.
In Deutschland läuft seit Anfang 2012 ein auf fünf Jahre angelegter Test für Transporter, die bis zu 6,50 Meter länger sind als bisher erlaubt und höchstens 40 Tonnen wiegen – jedoch nur auf bestimmten Strecken. So lassen die Bundesländer Bayern, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen sie testweise auf die Straße.
Schweden und Finnland genehmigen die XXL-Lastwagen mit mehr als 40 Tonnen Gewicht und einer Länge von mehr als 18,75 Metern bereits offiziell. In den Niederlanden und Dänemark gibt es Versuche. Das heißt: Sollten sich Schleswig-Holstein und Dänemark einig werden, könnten in beiden Ländern Gigaliner fahren. Gleiches würde auch für Bayern und die Tschechische Republik oder NRW und die Niederlande gelten.

Verschärfen will Brüssel zugleich den Kampf gegen die Überladung der schweren Laster. Bis zu ein Drittel der Fahrzeuge sei derzeit zu übergewichtig unterwegs, was zu Straßenschäden von rund 950 Millionen Euro führe. Künftig sollen Lastwagen, aber auch kleinere Fahrzeuge wie Sprinter mit Hilfe integrierter Wiegesysteme oder automatisierter Messstellen an den Hauptstraßen gewogen werden. Dies würde Europas Lkw-Lenkern bis zu 140000 Stunden an Wartezeit vor Kontrollen ersparen, weil etwa 75000 Fahrzeuge nicht angehalten werden müssten. Die Vorschläge müssen allerdings erst noch vom Europäischen Parlament und den einzelnen Mitgliedstaaten gebilligt werden.