Die Binzer Rekordsandburg erhält derzeit neuen Schliff.
Die Binzer Rekordsandburg erhält derzeit neuen Schliff. Bianca Lohr
Im Guinness-Buch

17 Meter-Rekordburg auf Rügen wird aufpoliert

Im vergangenen Jahr schrieben die Sandskulpturenkünstler in Binz eine neue Geschichte in das Guinness-Buch. Nun wird das leicht ramponierte Bauwerk frisch aufpoliert.
Binz

Künstler aus mehreren Ländern sind am Wochenende in die Hänge der inzwischen berühmten Sandburg an Binzer Ortsausgang geklettert. Noch bis zum Mittwoch wollen sie das im Sommer 2019 komplett aus Sand errichtete Bauwerk erneuern.

Das Mega-Bauwerk habe den vergleichsweise milden Winter mit nur wenigen Beschädigungen überstanden, sagt der Projektchef des Binzer Sandskulpturenfestivals, Thomas van den Dungen. Dennoch habe es vor allem im Sockelbereich einige Beschädigungen erlitten.

Schäden sollten ursprünglich bis Ostern 2020 repariert werden

Ursprünglich sollten die Schäden von den Experten schon bis zum Osterfest 2020 behoben werden. Aber dann kam Corona, und die Arbeiten kamen zum Erliegen. Die Ausstellung, die in diesem Jahr biblische Themen in den Fokus rückte, musste schließen. Inzwischen dürfen Gäste wieder unter Auflagen mit Abstand und mit Mund-Nasen-Schutz die Sandkreationen besichtigen.

Die Ausstellung steht unter dem Titel „Die Bibel – ihre Geschichten und Geheimnisse“. Dafür hatte ein Team von 50 Experten aus aller Welt Binzer Ausstellungszelt Szenen aus der Heiligen Schrift modelliert, darunter den Turmbau von Babel, Moses Flucht aus Ägypten, den Kreuzweg Jesu sowie Adam und Eva.

Die Kunstwerke sind noch bis zum 8. November zu sehen. Mit einer Fläche von 5.600 Quadratmetern ist die Ausstellung die weltweit größte überdachte Skulpturenschau. Veranstalter ist die Skupltura Projects GmbH, die seit vielen Jahren Sand- und Eisskulpturenausstellungen in mehreren Ländern ausrichtet.

Rekordversuch 2017 war gescheitert

Die riesige Sandburg ist schon von weitem zu sehen. Im Hinterhof der Skulpturen-Ausstellung hatte im vergangenen Jahr Team von Künstlern aus Russland, Polen, Ungarn, den Niederlanden und Lettland die aus insgesamt 20, jeweils 60 Zentimeter hohen Stockwerken bestehende Burganlage mit vielen Türmchen, Toranlagen, Treppen, eng aneinander liegenden Häuschen und Zinnen errichtet und damit den bis heute gültigen Weltrekord geknackt.

Noch im Frühsommer 2017 war van den Dungen in Binz mit einem Rekordburgbau gescheitert. Damals hatte das Sandfundament nur drei Tage vor der Fertigstellung nachgegeben. Unter der Last waren 5.000 Tonnen Sand in sich zusammengestürzt. Für die Nachfolgerburg waren dann zwei Jahre später mehr als 9.000 Tonnen noch nicht verwitterter, scharfkantiger Sand aus einem Rügener Tagebau bei Zirkow anfahren worden. Mit dieser Masse an Baumaterial konnte ein gewaltiger, 5,70 Meter hoher Kegelsockel aufgeschüttet werden, auf dem das aus gepressten Sandblöcken entstehende Bauwerk aufgetürmt und „geschnitzt“ worden war.

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