SPERRUNGEN

B96-Sanierung auf Rügen wird zur unendlichen Geschichte

Nachdem ein Teilstück der B96 auf Rügen für den Verkehr freigegeben wird, folgt wenige Kilometer weiter die nächste monatelange Vollsperrung. Es wird nicht die letzte bleiben.
Lutz Reuter Lutz Reuter
Die seit Jahren andauernden Verkehrsprobleme auf der Insel Rügen haben bei Autofahrern für jede Menge Frust gesorgt. Das trifft besonders auf die stückweise Sanierung der Bundesstraße 96 zu.
Die seit Jahren andauernden Verkehrsprobleme auf der Insel Rügen haben bei Autofahrern für jede Menge Frust gesorgt. Das trifft besonders auf die stückweise Sanierung der Bundesstraße 96 zu. Stefan Sauer
Stralsund.

Die seit Jahren andauernden Verkehrsprobleme auf der Insel Rügen haben bei Autofahrern für jede Menge Frust gesorgt. Das trifft besonders auf die stückweise Sanierung der Bundesstraße 96 zu. Während viele Inselbewohner noch kaum verdaut haben, dass ab Mitte September erneut eine Hauptverkehrsader über Monate gesperrt werden soll, ist die nächste Dauer-Baustelle bereits abzusehen.

Dabei gäbe es zunächst Anlass zur Freude. Denn nach fast drei Jahren Bauzeit wird im Juni die Vollsperrung eines B96-Abschnittes zwischen der Stadt Bergen und dem Störtebekerfestspiele-Ort Ralswiek aufgehoben. Diese Teilsanierung eines Straßenabschnittes, der kaum mehr als 2700 Meter misst, hatte vergleichsweise viel Zeit in Anspruch genommen.

Unter anderem auch, da zur Zeit der Festspiele eine Baupause eingelegt wurde, was bei so manchem Autofahrer den Verdacht der Klientelpolitik aufkeimen ließ. „Während alles dafür getan wird, Urlauber und die, die mit ihnen Geld verdienen so wenig wie möglich durch die Bauarbeiten zu belasten, werden die Probleme der Einheimischen gänzlich ignoriert“, lautet der Vorwurf.

Ausufernde Kosten

Für zusätzlichen Sprengstoff in der Debatte hatten die ausufernden Kosten gesorgt. Waren diese noch vor Baubeginn mit etwa 4,3 Millionen Euro beziffert worden, gehen die Verantwortlichen mittlerweile von bis zu 12 Millionen Euro aus. Das Schweriner Verkehrsministerium verweist dafür auf mehrere Gründe: Bereits die lange Zeit, die zwischen Planung, Planfeststellungsverfahren und Baubeginn vergangen sei, habe zu „erheblichen Baukostensteigerungen“ geführt.

Des Weiteren werden zusätzliche und notwendige Leistungen benannt, „die bei der Entwurfsgenehmigung noch nicht bekannt waren.“ Dazu gehörten etwa Baugrundverhältnisse, die einen „größeren Umfang von Maßnahmen zur Bodenverbesserung erforderten als ursprünglich geplant“ und Maßnahmen zur Entwässerung, die „weit über die ursprünglichen Planungen“ hinausgingen.

Dass diese Vollsperrung nun bald ein Ende hat, löst auf Rügen allerdings kaum Begeisterung aus. Denn bereits Mitte September soll die gleiche Hauptverkehrsader in den Inselnorden etwa fünf Kilometer weiter erneut über Monate hinweg voll gesperrt werden. Für zusätzliches Unverständnis sorgt bei vielen Rüganern, dass es sich dabei um einen Straßenabschnitt handelt, auf dem wegen der aktuellen Vollsperrung momentan sowieso kaum ein Autofahrer unterwegs ist.

Nicht die letzte Sanierung der B96

Zur Höhe der Kosten können die Verantwortlichen noch keine Angaben machen, da „vor Abschluss der Ausschreibung keine Kostenschätzung“ benannt werden kann. Abzusehen ist, dass es nicht das letzte Stück der B96 sein wird, das saniert werden muss. Konkret geht es um einen Abschnitt zwischen der Stadt Bergen und der Gemeinde Samtens.

Sobald die neue B96 fertiggestellt ist, heißt es aus Schwerin, „wird in den nächsten Jahren abschnittsweise die L 296, so lautet dann die Bezeichnung der ehemaligen B96, zwischen Samtens und Bergen saniert werden müssen.“ Wann genau diese Bauphase beginnt, ob dafür halbseitige oder Vollsperrungen notwendig sind und wie hoch die Kosten sein werden, konnte im Verkehrsministerium vorerst nicht beantwortet werden.

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