KINDERLEICHE EXHUMIERT

Fall "Juliane" auf Rügen ist geklärt

Jahrelang kämpfte eine Mutter um den Beweis, dass im Grab ihrer dreijährigen Tochter wirklich deren sterbliche Überreste liegen. Per DNA-Abgleich wurde dieser nun erbracht.
Ralph Sommer Ralph Sommer
Porträt der dreieinhalbjährigen Juliane Kube 
Porträt der dreieinhalbjährigen Juliane Kube Kube
Sassnitz.

Nach jahrzehntelangen Zweifeln hat Christa Steenvoorden nun endlich traurige Gewissheit: Ihre kleine Tochter, deren Leichnam die Mutter im Dezember 1977 nach einem Unfall nicht mehr zu Gesicht bekommen hatte, ist tatsächlich tot.

DNA-Vergleich ergab 99-prozentige Übereinstimmung

Im vergangenen Jahr hatte die von Zweifeln geplagte Frau gerichtlich die Graböffnung durchgesetzt. Bei der Exhumierung im Oktober stießen die forensischen Anthropologen auf einen Sarg mit einem Skelett. Im Rechtsmedizinischen Institut Hamburg gelang es Molekulargenetikern, aus den Knochenresten DNA zu extrahieren. Ein Vergleich mit einer DNA-Probe von Frau Steenvoorden habe mit hoher Wahrscheinlichkeit von über 99 Prozent die Mutterschaft erwiesen, bestätigte Forensiker Oliver Krebs.

Verdacht einer Zwangsadoption ist ausgeräumt

Die kleine Juliane war elf Tage vor Weihnachten 1977 angeblich bei einem Unfall in der Badewanne ihrer Großeltern gestorben. Vor zwei Jahren hatte ihre Mutter einen anonymen Hinweis erhalten, dass ihre Tochter noch lebe.

Auf der Suche nach Beweisen, stieß die Frau daraufhin in Archiven auf Dokumente und einen Totenschein mit falschem Geburtsdatum. Ihr kam der Verdacht auf, dass ihre Tochter damals gar nicht gestorben, sondern heimlich zwangsadoptiert worden war.

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