B96
Freie Fahrt auf umstrittener Rügen-Strecke

Nach dreijährigem Bau wird ab Montag der Autoverkehr über den zweiten Bauabschnitt der B 96n geleitet.
Nach dreijährigem Bau wird ab Montag der Autoverkehr über den zweiten Bauabschnitt der B 96n geleitet.
Ralph Sommer

Der Bau der B96n auf Rügen kommt gut voran. Ab Montag können Autofahrer die neue Straße nutzen. An der Tempo-100-Trasse gibt es aber auch Kritik.

Endspurt auf der neuen Rügen-Autobahn: Nach dreijährigem Bau wird ab Montag der Autoverkehr für zunächst zweieinhalb Monate über den zweiten Bauabschnitt der B 96n geleitet. Bis zur endgültigen Fertigstellung zur Jahresmitte sollen nach Angaben der zuständigen Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und –bau GmbH (DEGES) noch Restarbeiten entlang der alten Inseltrasse erledigt werden.

Die Kosten für den 14 Kilometer langen Abschnitt von Samtens-Ost bis zum großräumigen Knotenpunkt vor Bergen belaufen sich auf 55,6 Millionen Euro. Zusammen mit der bereits 2015 fertiggestellten Strecke von Altefähr bis Samtens summierten sich die Kosten damit auf 152,1 Millionen Euro, nahezu doppelt so viel wie ursprünglich vorgesehen.

Enorme Eingriffe in die Natur

Die neue Inselmagistrale ist umstritten. Während Landesregierung, Wirtschaft und Tourismuslobby die weitgehend staufrei bleibende Tempo-100-Trasse begrüßen, kritisieren Umweltschützer und viele Rüganer die enormen Eingriffe in die Natur, darunter großräumige Abholzungen.

Gegenwärtig werden an den Rändern der angrenzenden Kubbelkower und Burkvitzer Wälder weitere rund 2500 Fichten, Eschen und Buchen gefällt, weil sie auf die neue Autotrassen zu fallen drohen. Zum Ausgleich sollen Gehölze wie Blaubeere, Himbeere, Weidenkätzchen, Eibe, Vogel-Kirsche und Haselnuss gepflanzt werden, um eine der letzten Inselpopulationen der Haselmaus zu retten.