Treppen-TÜV

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Industriekletterer prüfen Stufen im Rügener Jagdschloss Granitz

Besucher des Jagdschlosses Granitz bei Binz auf der Insel Rügen müssen mit Sperrungen im Mittelturm rechnen.
Besucher des Jagdschlosses Granitz bei Binz auf der Insel Rügen müssen mit Sperrungen im Mittelturm rechnen.
M. Schönfeld

Im Mittelturm des Jagdschlosses Granitz bei Binz auf Rügen werden derzeit die 154 gusseisernen Stufen geprüft. Besucher müssen mit Einschränkungen rechnen.

Besucher des Jagdschlosses Granitz bei Binz auf der Insel Rügen müssen mit Sperrungen im Mittelturm rechnen. Grund dafür ist der jährliche Treppen-TÜV im November, dem die 154 gusseisernen Stufen unterzogen werden, wie Schlossmitarbeiterin Agnes Heine am Mittwoch sagte. Die Instandhaltungen werden von Industriekletterern meist zu dieser Zeit über zwei Wochen hinweg absolviert.

Sie nehmen die Metallstufen genau in Augenschein und legen fest, welche erneuert werden müssen, unter anderem wegen kleinster Haarrisse. Die Treppe bleibe weiter begehbar, da dann Aluminiumstufen zeitweise eingebaut werden, bis die neuen Stufen exakt nach altem Vorbild gegossen und wieder montiert sind.

Die filigran wirkende selbsttragende Treppe führt im Mittelturm des Schlosses zu einer phantastischen Aussicht über die Insel. Die Treppe ist mehr als 170 Jahre alt. Das Schloss wurde von 1837 bis 1846 erbaut. Architekt war der Berliner Johann Gottfried Steinmeyer (1780-1851). Der Mittelturm geht aber auf Pläne von Karl Friedrich Schinkel (1781-1841) zurück. Das Gebäude ist Landeseigentum und hat nach Angaben der Betreiber im Jahr rund 250 000 Besucher.