Silberschatz auf Rügen

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Ministerin verteidigt Preis für Finder von Blauzahn-Schatz

Hobbyarchäologe René Schön (links) und der 13-jährige Schüler Luca Malaschnitschenko sollen den Friedrich-Lisch-Denkmalpreis erhalten.
Hobbyarchäologe René Schön (links) und der 13-jährige Schüler Luca Malaschnitschenko sollen den Friedrich-Lisch-Denkmalpreis erhalten.
Stefan Sauer

Dass der 13-jährige Finder des Schatzes keinen Lohn erhielt, wurde mit Vorschriften begründet. Um den Rüganer doch noch zu ehren, setzt sich Kultusministerin Hesse nun über eine Jury-Entscheidung hinweg.

Bei der Vergabe des Lisch-Denkmalpreises 2018 folgt das Kultusministerium erstmals nicht der Empfehlung der Fachkommission. Ministerin Birgit Hesse (SPD) erkennt den mit 4000 Euro dotierten Preis dem 13-jährigen Finder des Silberschatzes von Schaprode auf Rügen, Luca Malaschnitschenko, zu.

„Der Preis soll aber nicht Luca allein verliehen werden, sondern der Gruppe „De Ackerlöper”, in der er sich engagiert”, sagte Hesse. „Auch vor dem Hintergrund, dass es in Mecklenburg-Vorpommern keinen Finderlohn gibt, halte ich die Verleihung des Friedrich-Lisch-Denkmalpreises an „De Ackerlöper” für eine gute Idee”, begründete die Ministerin ihre Entscheidung. Über den Fall hatten zuvor die Schweriner Volkszeitung und der Sender NDR1 Radio MV berichtet.

Der Preis wird seit 2007 jährlich unter anderem für vorbildliche Leistungen zur Rettung von Denkmalen vergeben. Auch hervorragende wissenschaftliche Leistungen, Handwerkstechniken oder die Verbreitung des Denkmalpflegegedankens können damit gewürdigt werden.

Die siebenköpfige Fachkommission für den Preis sah der „Schweriner Volkszeitung” zufolge die Kriterien für den Denkmalpreis nicht erfüllt. Sie hatte zwei andere Vorschläge vorgelegt.

Die Verwaltungsvorschrift für den Preis legt jedoch fest, dass die abschließenden Entscheidungen über die Zuerkennung eines Preises beim Kulturminister liegt. Die Vorschläge der Fachkommission haben demnach allein Empfehlungscharakter.