Kinder verboten

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Morddrohungen gegen Gastwirt auf Rügen

Ab 17 Uhr dürfen in das Restaurant "Oma's Küche" keine Kinder mehr.
Ab 17 Uhr dürfen in das Restaurant „Oma's Küche” keine Kinder mehr.
Stefan Sauer

Obwohl der Gastwirt von „Oma's Küche” Morddrohungen erhält, will er sich nicht beirren lassen. Sein Restaurant auf der Insel Rügen soll weiterhin kinderfrei bleiben.

Beschimpfungen auf Facebook, aber im realen Leben und per Mail vor allem Zuspruch – der Rügener Gastronom Rudolf Markl will sein Restaurant „Oma's Küche” in Binz auch weiterhin ab 17 Uhr kinderfrei halten.

Die Reaktionen auf seinen Vorstoß seien zu 98 Prozent positiv gewesen – wenn man Facebook ausklammere, sagte er. Er habe mehr als 1000 Mails erhalten – auch von Lehrern, Erziehern und anderen Gastronomen, die fast ausnahmslos seinen Vorstoß begrüßten.

Seit dem 13. August öffnet Markl sein Restaurant am Abend nur noch für Gäste über 14 Jahren. „Die Gäste genießen jetzt die ruhige Atmosphäre.” Seine Servicemitarbeiter würden nicht mehr über Skateboards und Roller stolpern. „Das ist jetzt ein viel entspannteres Arbeiten.”

Gastwirt polarisierte schon im Jahr 2007

Auf Facebook habe er dagegen auch Morddrohungen und wüste Beschimpfungen gelesen. Anzeige will Markl jedoch nicht erstatten. „Damit zeigt man nur, dass man diese Leute ernst nehmen würde”, zeigte sich der Gastronom selbstbewusst. 

Den Vorwurf des Kinderhassers weist Markl zurück, der jahrelang dem Binzer Puppentheater vorstand und einen historischen Weihnachtsmarkt veranstaltete. Auch für Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) ist der Gastronom nicht kinderfeindlich.

Markl hatte bereits 2007 polarisiert, als er sein Restaurant als erstes Nichtraucherlokal der Insel Rügen auswies. Auswirkungen auf den Umsatz hatte sein jüngster Vorstoß nicht. „Unser Restaurant war vorher voll und ist es jetzt auch.”