„DISPATCH“

Neue Ausstellung im Kap-Arkona-Bunker auf Rügen

Vor über 200 Jahren sank vor Rügen im Sturm der russische Zweimaster „Dispatch“. Eine Ausstellung erinnert ab seine Mission und zeigt Teile des Wracks.
Ralph Sommer Ralph Sommer
Im ehemaligen Marineführungsbunker nördlich von Rügens Kap Arkona soll demnächst eine Ausstellung zum Untergang der „Dispatch” im Oktober 1805 gezeigt werden.
Im ehemaligen Marineführungsbunker nördlich von Rügens Kap Arkona soll demnächst eine Ausstellung zum Untergang der „Dispatch” im Oktober 1805 gezeigt werden. Stefan Sauer
Kap Arkona.

Das mehr als 30 Meter lange Kriegsschiff „Dispatch“ war im Oktober 1805 bei stürmischer See während einer schwedisch-russischen Landungsoperation etwa 500 Meter vor dem Nordufer bei Varnkevitz gestrandet und gesunken. An Bord befanden sich etwa 120 Mann, die sich an Land retten konnten und von Einheimischen versorgt wurden. Der russische Flottenverband hatte Truppen nach Rügen gebracht, um Napoleons Vordingen in Europa zu stoppen.

„Wir wollen mit einer neuen Ausstellung in einer Bunkerröhre an das Schicksal der 'Dispatch' erinnern“, sagte der Vorsitzende des Fördervereins Kap Arkona Ernst Heinemann dem Nordkurier. Unterstützt werde das Projekt mit 55.000 Euro Fördermitteln aus dem Vorpommern-Fonds.

Wrack ist noch immer gut erhalten

Präsentiert werden unter anderem Fundstücke, die Unterwasserarchäologen in den vergangenen Jahren aus dem Wrack geborgen hatten. Nach Angaben von Forschungstaucher Thomas Förster sei der Zustand der in England aus massiver Eiche gebauten Brigg noch vergleichsweise gut. Aus dem Inneren des Strandungswracks hatten Taucher sogar noch Meißener Porzellan und englisches Steingut geborgen, das mit chinesischen Motiven verziert war.

Ein Teil der Fundstücke soll künftig am Kap präsentiert werden. Hinzu kommen Dokumente, auf die Marinehistoriker in Archiven von Stralsund und St. Petersburg gestoßen waren. Aus ihnen ging unter anderem hervor, dass sich an Bord des Flaggschiffs „Dispatch“ auch der Konteradmiral, Hydrograf und Polarforscher Gawriil Sarytschew (1763-1831) befunden hatte.

In seinen Erinnerungen hatte der Flotten-Befehlshaber später anerkennend über die gastfreundlichen Rügener Inselbewohner berichtet, die die Geretteten aufgenommen hatten. Damit widersprach er gängigen Vorurteilen von Rügens brutalen Strandräubern, die einst Schiffsbrüchige erschlagen und ausgeraubt haben sollen.

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