NACH EINSATZ AUF MITTELMEER

Rügens Flüchtlings-Rettungsboot wird Museumsschiff

Drei Jahre lang war der Fischkutter aus Sassnitz (Rügen) vor der libyschen Küste im Einsatz, um in Seenot geratene Flüchtlinge zu retten. Nun soll in Hamburg eine Ausstellung entstehen.
Ralph Sommer Ralph Sommer
Der ehemalige Rügener Fischkutter „Sternhai” war zuletzt unter dem Namen „Sea Eye” vor der libyschen Küste zur Rettu
Der ehemalige Rügener Fischkutter „Sternhai” war zuletzt unter dem Namen „Sea Eye” vor der libyschen Küste zur Rettung schiffbrüchiger Flüchtlinge im Einsatz. Sea Eye
In seiner Wohnstube in Sassnitz hat sich der Sassnitzer Fischkutterkapitän Gert Erler ein eigens für ihn gemaltes Ölbild se
In seiner Wohnstube in Sassnitz hat sich der Sassnitzer Fischkutterkapitän Gert Erler ein eigens für ihn gemaltes Ölbild seiner „Sternhai” an die Wand gehängt. Ralph Sommer
Hamburg.

Der zuletzt unter dem Namen „Sea-Eye“ fahrende Kutter war im Juni von seiner Mission nach Deutschland zurückgekehrt. „An Bord des 26 Meter langen Schiffsveterans soll künftig eine Ausstellung auf die Rettungsmissionen im Mittelmeer aufmerksam machen“, sagte Hans-Peter Buschheuer von der Seenotrettungsorganisation Sea-Eye.

Der 60 Jahre alte ehemalige Fischkutter dokumentiere wie kein anderes Schiff die humanitäre Katastrophe im Mittelmeer mit zehntausenden Schiffbrüchigen und Ertrunkenen. Zugleich solle die neue Ausstellung zeigen, dass privates Engagement Leben retten könne, wenn die Staaten versagten.

Kutter rettete knapp 12.000 Flüchtlinge auf dem Mittelmeer

Der Oldtimer war von Anfang 2016 bis Ende vergangenen Jahres im Mittelmeer im Einsatz. Insgesamt hatte seine Besatzung in dieser Zeit knapp 12.000 Menschen aufgenommen und vor dem Ertrinken gerettet.

Die „Sternhai“ war Ende der 1950er Jahren auf der Boizenburger Elbewerft gebaut worden. Von 1960 bis zur Wende war der Kutter für das damalige Fischkombinat Sassnitz in der Nord- und Ostsee im Einsatz. Später wurde die „Sternhai“ privatisiert und war unter dem Kommando des Sassnitzer Kapitäns Gert Erler noch bis 2014 im Fischfang unterwegs.

Danach kaufte die Nichtregierungsorganisation Sea-Eye den legendären Oldtimer und ließ ihn für Rettungseinsätze im Mittelmeer umbauen. Im Herbst 2018 lag das Schiff mit Maschinenschaden in Málaga fest.

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