Die wahrscheinlich höchste Sandburg der Welt ragt insgesamt etwa 17,50 Meter in die Höhe. Das filigrane Burgenbauwerk haben Sandkünstler aus fünf Staaten auf einem 5,70 Meter hohen Fundamentkegel aus Sand herausgearbeitet.
Die wahrscheinlich höchste Sandburg der Welt ragt insgesamt etwa 17,50 Meter in die Höhe. Das filigrane Burgenbauwerk haben Sandkünstler aus fünf Staaten auf einem 5,70 Meter hohen Fundamentkegel aus Sand herausgearbeitet.
Der Sand für die Burg wurde aus einem Rügener Tagebau bei Zirkow geliefert.
Der Sand für die Burg wurde aus einem Rügener Tagebau bei Zirkow geliefert. Jens Büttner
Das ist der bisherige Rekordinhaber, den es zu topppen gilt: Diese Sandburg mit einer offiziellen Höhe von 16,68 Metern wurde im September 2017 in Duisburg fertiggestellt.
Das ist der bisherige Rekordinhaber, den es zu topppen gilt: Diese Sandburg mit einer offiziellen Höhe von 16,68 Metern wurde im September 2017 in Duisburg fertiggestellt. Marcel Kusch
Guinessbuch der Rekorde

Sandkünstler wagen auf Rügen neuen Weltrekordversuch

Endspurt für die Weltrekord-Jäger. In Binz auf Rügen steht die höchste Sandburg der Welt vor ihrer Vollendung. Wird das Megabauwerk dieses Mal halten?
Binz

Schon von weitem ist das Bauwerk sichtbar. Im Hinterhof der diesjährigen Sandskulpturen-Ausstellung in Binz ragt die Turmspitze der vielleicht weltweit höchsten Sandburg mehr als 17 Meter in den Himmel.

Aus insgesamt 20, jeweils 60 Zentimeter hohen Stockwerken hat das Team von Künstlern aus Russland, Polen, Ungarn, den Niederlanden und Lettland schon eine gewaltige Burganlage mit vielen Türmchen, Toranlagen, Treppen, eng aneinander liegenden Häuschen und Zinnen modelliert.

Vor einer Woche hatten die Sandspezialisten zunächst mit viel Wasser, Maschinen- und Muskelkraft Sand in vorbereitete Holzverschalungen gepresst, aus denen sie später – von oben nach unten arbeitend – die filigrane Burgarchitektur herausarbeiteten.

Gestern endlich erreichten sie das unterste Stockwerk. Nur noch eine mit Sicherheitsgurten verzurrte Verschalung ist nun noch zu lösen. Und dann stellen sich alle Beteiligten die bange Frage: Hält sie dieses Mal, die Sandburg?

Veranstalter hat schon mehrere Einträge im Guinessbuch der Rekorde

Veranstalter Thomas van den Dungen ist optimistisch: „Dieses Mal sitzt die gewaltige Burg auf einem deutlich breiterem Sandkegel als vor zwei Jahren“, sagt der Inhaber von drei Weltrekorden, der schon 2011 auf Rügen mit der weltweit längsten Sandburg und zwei Jahre später in St. Peter-Ording mit der damals höchsten Sandburg und den meisten in einer Stunde gebauten Sandburgen zu Einträgen in das Guinessbuch der Rekorde gekommen war.

Am 6. Juni 2017 war van den Dungen in Binz gescheitert, abermals eine Rekordburg errichten zu lassen. Damals hatte das Sandfundament nur drei Tage vor der Fertigstellung nachgegeben. Unter der Last stürzten 5.000 Tonnen Sand in sich zusammen.

Im vergangenen Jahr musste ein neuer Versuch abgesagt werden, weil hierzulande seltene Uferschwalben an den Hängen der Sandruine eine Kolonie mit Brut- und Nistplätzen gegründet hatten.

Rekordrichter reisen aus London an

Inzwischen haben die Organisatoren aufgerüstet. Statt 5.000 Tonnen ließen sie dieses Mal mehr als 9.000 Tonnen noch nicht verwitterten, scharfkantigen Sand aus einem Rügener Tagebau bei Zirkow anfahren. Mit einer solchen Masse Baumaterial konnte ein gewaltiger, 5,70 Meter hoher Kegelsockel aufgeschüttet werden, auf dem das aus gepressten Sandblöcken entstehende Bauwerk aufgetürmt und „geschnitzt“ wird.

„Im Unterschied zu 2017 bauen wir dieses Mal nicht so steil“, sagt der Teamchef. Das minimiere das Rutschrisiko. Die damalige Burg hatte gerade mal einen Durchmesser von 25 Metern und einen Umfang von 79 Metern. Das konnte nicht gutgehen, hatten damals Statiker gewitzelt.

Kommenden Mittwoch werden die Rekordrichter aus London für „Guiness World Records“ auf Rügen erwartet, um das Bauwerk einzumessen und zu prüfen, ob die XXL-Burg von Binz höher ist als die 16,68 Meter des amtierenden Weltrekordlers.

Der Sand für die Burg wurde aus einem Rügener Tagebau bei Zirkow geliefert.

Im September 2017 hatten Sandkünstler aus zehn Staaten im Landschaftspark Duisburg eine aufwändig verzierte Burg aus 3.500 Tonnen Sand gebaut. Es wäre damals ein spannendes Kopf-an-Kopf Rennen mit den Binzer Baumeister gewesen, wäre die Burg auf Rügen nicht eingestürzt.

Weit weniger als die Schwerkraft fürchten die Sandkünstler übrigens das derzeit wechselhafte Wetter. Nur extremer Wind, Starkregen oder gar Hagelschlag könnte gefährlich werden. Und um Zerstörungen durch Tauben oder Möwen zu verhindern, werden wieder kaum sichtbare Drahtantennen in die Turmspitzen und Zinnen gesteckt.

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