ABSTIEG AM KREIDEFELS

Treppenstreit am Königsstuhl auf Rügen geht weiter

2016 war die Treppe an Rügens berühmten Königsstuhl gesperrt worden. Das MV-Umweltministerium lehnt eine Instandsetzung ab. Der Landkreis Vorpommern-Rügen widerspricht.
Ralph Sommer Ralph Sommer
Der Abstieg am bekanntesten Wahrzeichen der Insel Rügen, dem Königsstuhl, soll zurückgebaut werden. Dagegen regt sich Protest.
Der Abstieg am bekanntesten Wahrzeichen der Insel Rügen, dem Königsstuhl, soll zurückgebaut werden. Dagegen regt sich Protest. Jens Büttner
Jörg Burwitz (r), Sprecher der Bürgerinitiative „Bewahrt Lohme”, und Doryn Buss aus Lohme zeigen ein Plakat mit dem Schriftzug „Der Abstieg am Königsstuhl muss bleiben!”.
Jörg Burwitz (r), Sprecher der Bürgerinitiative „Bewahrt Lohme”, und Doryn Buss aus Lohme zeigen ein Plakat mit dem Schriftzug „Der Abstieg am Königsstuhl muss bleiben!”. Stefan Sauer
Blick auf den Kreidefelsen „Königsstuhl” auf der Insel Rügen im Nationalpark Jasmund. Das Kreidefelsmassiv neben dem Königsstuhl auf der Insel Rügen ist nach Angaben des Umweltministeriums Mecklenburg-Vorpommern teilweise instabil.
Blick auf den Kreidefelsen „Königsstuhl” auf der Insel Rügen im Nationalpark Jasmund. Das Kreidefelsmassiv neben dem Königsstuhl auf der Insel Rügen ist nach Angaben des Umweltministeriums Mecklenburg-Vorpommern teilweise instabil. Stefan Sauer
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Bergen.

Der seit drei Jahren schwelende Streit um den gesperrten Abstieg an Rügens berühmten Königsstuhl geht weiter. Nun fordert auch der Landkreis Vorpommern-Rügen eine Reparatur. Die schon vor über 200 Jahren angelegte und mehrfach ausgebesserte Treppe war 2016 gesperrt worden, nachdem bei einem Sturm ein Baum umgestürzt und die Holzkonstruktion im unteren Drittel zerstört hatte. Statt einer Reparatur war seinerzeit der Abstieg zum 118 Meter tiefer liegenden Strand gesperrt worden.

Der Neubau einer Treppe würde Schätzungen zufolge rund zwei Millionen Euro kosten. Forderungen vieler Rüganer, den beliebten Weg wieder instandzusetzen, lehnt das zuständige Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern bislang aus Sicherheitsgründen strikt ab. Stattdessen soll die Treppe komplett zurückgebaut werden. Umstritten ist vor allem die angebliche Hangstabilität unmittelbar neben dem Königsstuhl.

Nachdem eine Bürgerinitiative mit einer Unterschriftenaktion die Instandsetzung forderte und auch die Sassnitzer Stadtvertreter für den Erhalt des Abstiegs plädierten, stellt sich nun auch der neue Landrat Stefan Kerth (SPD) hinter die Forderungen und drängt seinen Parteifreund und Umweltminister Till Backhaus zu einem Kompromiss. Auch der Kreistag hat sich inzwischen per Beschluss auf die Seite der Treppen-Befürworter gestellt.

Landrat Kerth ließ durchblicken, dass er sich auch alternative Lösungen vorstellen könnte. Welche dies sein könnten – zum Beispiel ein Lift oder eine Seilbahn – sagt er nicht.

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