INSEL RÜGEN

Verletzte Robbe am Sassnitzer Strand gefunden

In Sassnitz auf Rügen wurde eine Kegelrobbe gefunden. Die Feuerwehr schützte das Tier vor neugierigen Spaziergängern. Doch am Ende gab es eine traurige und eine ungewöhnliche Nachricht.
In Sassnitz wurde eine verletzte Kegelrobbe gefunden.
In Sassnitz wurde eine verletzte Kegelrobbe gefunden. Freiwillige Feuerwehr Sassnitz
Sassnitz.

Am Strand von Sassnitz wurde am Donnerstag eine verletzte Kegelrobbe gefunden. Die Freiwillige Feuerwehr sicherte den Fundort ab, da sich bereits Spaziergänger dem Tier näherten um Fotos zu machen, schrieben die Kameraden auf Facebook. Mit der Absicherung sollte unnötiger Stress für das Tier vermieden werden.

Die Robbe wurde in Zusammenarbeit mit Mitarbeitern des Nationalparkamts und einem Tierarzt betäubt und abtransportiert. Das Tier wurde dann von einem Tierarzt untersucht und musste schließlich eingeschläfert werden. Die Verletzungen seien zu groß gewesen, hieß es zur Begründung. Ihm sei nicht mehr zu helfen gewesen, sagte der Abteilungsleiter für Wissenschaft und Forschung am Meeresmuseum Stralsund, Timo Moritz, am Freitag nach der Autopsie. Das Ungewöhnliche an dem Fall: Die 22,5 Kilogramm schwere Kegelrobbe ist drei Monate alt gewesen. Wurfzeit für Ostseerobben ist im Januar und Februar - in der Nordsee allerdings früher. Möglicherweise seien die Elterntiere eingewandert, sagte Moritz. 

Bei der jungen Robbe habe es sich um ein 118 Zentimeter langes Männchen gehandelt. Es sei nur mäßig gut ernährt und voller Parasiten gewesen. Das Tier habe eine Gelenkentzündung in einer Vorderflosse gehabt und viele weitere Verletzungen, die von Bissen anderer Robben herrühren könnten. Am Meeresmuseum wurden verschiedene Proben genommen. Der Schädel komme in die Sammlung, sagte Moritz.

In der Ostsee haben sich die Kegelrobben zuletzt wieder stark vermehrt. Mit mehr als 38.000 gezählten Tieren haben die Meeressäuger knapp die Hälfte des Bestandes von 80.000 bis 100.000 im 19. Jahrhundert erreicht. Immer wieder gibt es auch Funde von toten oder verletzten Tieren an der Ostseeküste von MV.

Die steigende Zahl der Totfunde sei ein Indiz dafür, dass die Zahl der Kegelrobben in der Ostsee zugenommen habe, sagte der Dezernent des Nationalparks Jasmund, Ingolf Stodian. In der südlichen Ostsee leben nach jüngsten Angaben des Meeresmuseums rund 3500 Kegelrobben, kaum zehn Prozent des Gesamtbestandes.

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