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Darum musste die Fortuna-Trainerin gehen

Neubrandenburg / Lesedauer: 3 min

Die Trennung von Trainerin Annamaria Ilyes beim Handball-Drittligisten Fortuna Neubrandenburg sorgte für viel Aufregung. 
Veröffentlicht:01.12.2023, 16:29

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Dago Leukefeld hat die Trennung von Trainerin Annamaria Ilyes verteidigt und sich vor das Präsidium des SV Fortuna 50 Neubrandenburg gestellt. „Ich stehe tausendprozentig zu dieser Entscheidung, die Trennung war alternativlos“, sagte der Sportliche Leiter des Handball-Drittligisten vor dem Auswärtsspiel am Samstag beim Tabellenfünften Buxtehuder SV II (16 Uhr), bei dem Leukefeld erst einmal die Trainerrolle einnehmen wird.

Der ehemalige Frauen-Bundestrainer betonte, dass sich alle im Verein den Start in die 3. Liga anders vorgestellt hätten. „Die Situation ist für niemanden schön. Aber die Mannschaft spielt weit unter ihren Möglichleiten, es war keine Entwicklung zu sehen, keine Strategie“, sagte er. Nach elf Punktspielen stehen die Fortuna-Frauen auf dem letzten Tabellenplatz.

In Frankfurt gab es eine derbe Niederlage

Letztlich ausschlaggebend für die Trennung von Annamaria Ilyes war die desolate Vorstellung beim 23:36 gegen den Frankfurter HC. „Man kann auch mal beim FHC verlieren, aber nicht auf die Art und Weise. Wir haben uns dort von einer Jugendmannschaft abschlachten lassen. Annamaria ist ein toller Mensch, aber sie ist Profitrainerin. Und am Ende gibt es nur eine Wahrheit und das ist die Tabelle“, sagte er. Als Trainer habe man zwei Aufgaben: Spielerinnen besser zu machen und Erfolge zu generieren.

Sehr geärgert haben Fortunas Sportchef die vielen Kommentare zur Trainer-Entlassung in sozialen Netzwerken. „Mir wurden zwei Kommentare zugeschickt, das hat mir gereicht. Auf Facebook habe ich dann nicht einen Kommentar mehr gelesen. Da ist so viel geistiger Müll dabei, das ist nicht mein Niveau. Viele Leute haben keine Ahnung. Es ist tut mir leid für Micha (Fortuna-Präsident Michael Schröder, Anm., d. Red.), dass er das alles über sich ergehen lassen musste“, sagte Dago Leukefeld.

Die Vorbereitung bei den Fortuna-Handballerinnen auf die Partie bei der Buxtehuder Bundesliga-Reserve hat dies alles nicht leichter gemacht. Auch personell gab es zwei Tiefschläge. Vivien Haasmann brach sich im Trainingsspiel Anfang der Woche in einem Zweikampf die Hand. „Sie wird mit Sicherheit fünf Wochen ausfallen“, sagte der Interimstrainer. Dazu kommt: Kapitänin Madlen Kloska liegt aktuell mit einem grippalen Infekt flach. „Ob sie in Buxtehude dabei sein kann, ist sehr fraglich, auch wenn wir das alle hoffen“, sagte Dago Leukefeld. Weiter zum SV Fortuna 50 Neubrandenburg hat sich Eszter Hodosi bekannt. „Sie hat mir gesagt, dass sie einen Vertrag bei Fortuna hat und ihn auch erfüllen möchte“, so der 60-Jährige. Eszter Hodosi ist eine sehr gute Freundin von Annamaria Ilyes; mit 47 Treffern ist die 38-jährige Ungarin aktuell beste Torschützin bei Fortuna.

Am 9. Dezember kommt der THC II in die Webasto-Arena

Den Klassenerhalt in der 3. Liga hat Dago Leukefeld noch nicht abgeschrieben: „Es wird schwer, das wissen wir alle. Aber es ist nicht unmöglich.“ Helfen sollen dabei Verstärkungen und ein neuer Trainer oder eine Trainerin. „Wir wollen zum Start im neuen Jahr da alles klar haben“, sagte Dago Leukefeld.
Nach den beiden Spielen gegen Buxtehude und am 9. Dezember gegen den Thüringer HC II (16.30 Uhr) haben die Fortuna-Frauen eine gut siebenwöchige Punktspielpause vor sich.

Am 27. Januar geht es mit einem Heimspiel gegen HT Norderstedt weiter. „Wir hätten dann also ein paar Wochen Zeit“, sagte Leukefeld. Gegen Norderstedt könnte auch die eine oder andere neue Spielerin für Fortuna Neubrandenburg auf der Platte stehen. „Alle im Verein rotieren, um Spielerinnen zu finden, die zu uns passen“, sagte er.