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Deutsche B-Elf besiegt England

„Dieses Ding wollte ich unbedingt machen“, sagte Kapitän Per Mertesacker nach seinem Siegkopfball.
„Dieses Ding wollte ich unbedingt machen“, sagte Kapitän Per Mertesacker nach seinem Siegkopfball.
Facundo Arrizabalaga

Zum Abschluss des Länderspieljahres gewinnt eine unerfahrene deutsche Mannschaft gegen harmlose Briten. Das goldene Tor erzielt der Kapitän.

Angeführt vom Wahl-Engländer Per Mertesacker hat die deutsche Fußball-Nationalmannschaft auch mit einer Zweitbesetzung wieder einen Sieg im Wembleystadion eingefahren. Der Ersatz-Kapitän sorgte am Dienstagabend vor knapp 86 000 Zuschauern mit einem platzierten Kopfball in der 39. Minute für den 1:0 (1:0)-Erfolg des DFB-Teams, gegen England, der aber kein Glanzlicht in der langen Geschichte des Länderspiel-Klassikers war.

Für Bundestrainer Joachim Löw, der viel mit seinen WM-Kandidaten experimentierte, war es auf dem Weg zur Titelmission in Brasilien dennoch ein erfreulicher Abschluss des Länderspieljahres mit insgesamt neun Siegen, zwei Unentschieden und nur einer Niederlage im Mai beim 3:4 gegen die USA.

Zum sechsten Mal Sieger

Zum sechsten Mal in Serie verließ Deutschland gegen die Three Lions in Wembley als Sieger den Platz. England konnte daheim gegen Deutschland zuletzt vor 38 Jahren gewinnen. Glück hatte der Dortmunder Torwart-Debütant Roman Weidenfeller, das ein Distanzschuss des besten Engländers, Andros Townsend, in der 57. Minute an den Pfosten klatschte. Ansonsten hatte der Dortmunder praktisch keine Gelegenheit, sich auszeichnen zu können.

Ohne geschonte Stammkräfte wie Kapitän Philipp Lahm, Torwart Manuel Neuer, Mesut Özil oder den nach seinem Kreuzbandriss lange fehlenden Sami Khedira setzte Löw auf eine extrem unerfahrene Mannschaft. Arsenal-Verteidiger Mertesacker war im 95. Länderspiel der mit Abstand Erfahrenste und zudem der Einzige im DFB-Team, der schon beim letzten Sieg in Wembley im August 2007 (2:1) dabei gewesen war. Bei nur noch einem Test vor der WM-Nominierung am 5. März in Stuttgart gegen Chile machte der Bundestrainer den Klassiker bewusst zum Experimentierfeld.

Bayern und Dortmunder sorgen für schlagkräftiges Team

Ein halbes Jahr nach dem deutschen Champions League-Finale zwischen dem FC Bayern und Dortmund war Wembley wieder in deutscher Hand. Löw setzte trotz aller Rotation auch fast paritätisch auf Kräfte aus München und vom BVB. Vier Tage vor dem Topduell in der Bundesliga standen drei Bayern- und vier Dortmund-Spieler in der Startelf – da konnte sich niemand beschweren.

Für Dortmunder Sorgenfalten sorgte aber Mats Hummels, der nur 20 Minuten nach seiner Einwechslung in der zweiten Halbzeit offenbar mit einer Muskelverletzung wieder ausgewechselt werden musste.