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Die Amazone der Bundesliga

Kerstin Lasogga (r), Mutter und Beraterin von Pierre-Michel Lasogga von Hertha BSC.
Kerstin Lasogga (r), Mutter und Beraterin von Pierre-Michel Lasogga von Hertha BSC.
Foto: Oliver Mehlis

Kerstin Lasogga gilt als gefürchtet in den Manager-Büros der Liga. Sie ist die Beraterin ihres Sohns Pierre-Michel.

Auf der Internetseite „transfermarkt.de“ steht bei Spielerberater unter dem Namen Pierre-Michel Lasogga folgender Eintrag: „Beratung durch Familienangehörigen“. Man kennt das ja: Mesut Özil wurde erst von Vater Mustafa und dann von Bruder Mutlu vertreten. Bei HSV-Leihstürmer Lasogga ist es indes ungewöhnlicher: SIE vertritt die Interessen ihres Sohnes. Mutter Kerstin ist von Beruf Spielerberaterin. Sie ist eine schrille Erscheinung, gibt selbst Autogramme und gilt als knallharte Verhandlungspartnerin. Sportchef Oliver Kreuzer vom Fußball-Bundesligisten Hamburger SV versicherte jüngst mitten im Vertragspoker: „Frau Lasogga weiß, was sie will, ist aber dennoch eine sehr angenehme Gesprächspartnerin.“

In dem NDR-Kultsong „La Sogga“ (frei nach „La Bamba“) kommt sie auch vor, als „Amazone der Liga“.

Optisch erinnert „die Lasogga“ mit ihrem meist platinblonden Haar – oft im Irokesen-Look – an Stefan Effenbergs aktuelle Frau. „Ich finde meinen Style eigentlich ziemlich normal“, meint sie.

Vom Spross stammen Sätze wie „Es lohnt sich, dafür zu kämpfen, dass meine Mutter stolz auf mich sein kann“ und „Wer auf Mutti hört, macht keine Fehler!“ Und dann ist da noch das Unterarm-Tattoo des 22-Jährigen – ein Konterfei von wem wohl? Richtig: Mutter Kerstin. Es gibt ein Foto, auf dem beide vor einer besprayten Wand posieren: Auf Pierres freiem Oberkörper nur schwarze Schmiere – und Muttis Hand auf seinen Bauchmuskeln. Mit knallroten Fingernägeln.

Es gibt auch ein Foto vom Schalker Pokalsieg 2002, auf dem der zehnjährige Pierre neben Reck den Cup berührt. Der ehemalige Nationalkeeper und heutige Düsseldorf-Torwartcoach Reck, Vater der jungen Geschwister Jenny, Gian-Luca und Etienne, sagte mal im Magazin „11 Freunde“ über Lasogga: „Dass ich sein Stiefvater bin, haben wir nie an die große Glocke gehängt.“ Und: „Generell wurde ihm von Vereinsseite nie etwas geschenkt.“