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Ein hitziges Duell und kein Sieger

Die DFB-Elf blieb in einem umkämpften Spiel gegen Italien sieglos.             
Die DFB-Elf blieb in einem umkämpften Spiel gegen Italien sieglos.  
Andreas Gebert

Es bleibt dabei: Deutschland hat auch im 100. Länderspiel von Bundestrainer Joachim Löw gegen die Taktik-Füchse aus Italien nicht gewinnen können.

Trotz einer 1:0-Führung und einer starken ersten halben Stunde kam die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes sieben Monate vor WM-Start nicht über ein 1:1 (1:1) gegen den viermaligen Weltmeister hinaus. Damit muss die deutsche Nationalmannschaft nach 28 Jahren weiter auf ein Erfolgserlebnis in Italien warten.

Der Dortmunder Mats Hummels hatte die zunächst dominierenden Gäste schon nach acht Minuten in Führung gebracht. Ignazio Abate schaffte vor 49 000 Zuschauern im nur gut zur Hälfte gefüllten Giuseppe-Meazza-Stadion noch vor der Pause den Ausgleich (28.).

"Ich bin schon zufrieden. Wir haben eine sehr gute kämpferische Leistung abgerufen", bilanzierte Löw sein Länderspiel-Jubiläum. Philipp Lahm trauerte gar einem vergebenen Sieg nach. "Das Spiel hätten wir hier heute locker gewinnen können", sagte der Kapitän mit Blick auf gleich drei deutsche Aluminiumtreffer. Nachdem schon vorher Sami Khedira und Andre Schürrle das Gestänge anvisiert hatten, traf in der zweiten Minute der Nachspielzeit Benedikt Höwedes den Pfosten und verpasste damit den möglichen Siegtreffer. "Ich wollte das Spiel eigentlich gerne gewinnen. Bei einem 1:1, da weiß man nicht, wie man dran ist", gab denn auch Thomas Müller zu.

Nach dem Ausgleich kamen die Gastgeber ins Spiel zurück

Beim Premierenauftritt in den neuen WM-Trikots hatte die deutsche Elf das Geschehen bei Teil eins des Klassiker-Doppelpacks vor der Pause lange im Griff und unterband mit effektivem Offensivpressing den Aufbau der Italiener. Auch im Spiel nach vorne gelangen vielversprechende Aktionen, doch zum ersten Sieg auf italienischen Boden seit Februar 1986 reichte es dennoch nicht.

Denn mit dem 1:1-Ausgleich nach einem Fehler des Torschützen Hummels kamen die Gastgeber ins Spiel zurück. Routinier Andrea Pirlo war plötzlich wieder der Ballverteiler, bestimmte das Tempo und praktisch alle Aktionen der Azzurri. Unter Druck kam auch die bis dahin sehr flexibel operierende zentrale Mittelformation mit Lahm, Toni Kroos und einem sehr offensiv orientierten Khedira in Probleme.

Das Offensivspiel wurde auch nicht wirkungsvoller, als die zunächst geschonten Mesut Özil und Marco Reus nach gut einer Stunde ins Spiel gebracht wurden. Der Özil aus dem Spiel genommene Mario Götze hatte bis dahin kaum Bindung zum Spiel gefunden. Mitte der zweiten Halbzeit musste der bis dahin starke Khedira nach einem Zusammenprall verletzt aus dem Spiel. Wenig Gefahr ging diesmal von Schürrle aus, der zuletzt gegen Schweden als dreifacher Torschütze geglänzt hatte.

Auch nach Wiederbeginn erwischte die Elf von Cesare Prandelli den besseren Start. In der 51. Minute lenkte Neuer einen Schuss von Claudio Marchisio aus spitzem Winkel zur Ecke. Sechs Minuten später gelang es Hummels nur mit Mühe, Balotelli und Ricardo Montolivo vor dem deutschen Tor am Einschuss zu hindern. Dagegen konnten die Deutschen nicht mehr die vor der Pause gezeigte Dominanz entwickeln.