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Platzfehler kostet Hansa den Sieg

Zweikampf zwischen dem Burghausener Angelo Hauck und hansas Mittelfeldspieler Milorad Pekovic.
Zweikampf zwischen dem Burghausener Angelo Hauck und hansas Mittelfeldspieler Milorad Pekovic.
Andy Bünning

Die Rostocker müssen sich gegen Wacker Burghausen mit einem Remis begnügen.

Nur 8600 Zuschauer waren am Sonnabend bei nasskaltem und regnerischem Herbstwetter in die Rostocker DKB-Arena gekommen und hatten auf den dritten Hansa-Sieg in Folge gehofft. Doch gegen Schlusslicht Wacker Burghausen reichte es diesmal nur zu einer Punkteteilung. Die Führung durch den ersten Meisterschaftstreffer von Mustafa Kucukovic hatte nur neun Minuten Bestand, dann nutzte Henrich Bencik ein Gastgeschenk der Hanseaten zum Ausgleich.

Zum Unglücksraben avancierte Torhüter Johannes Brinkies, der bei einem Rückpass von Steven Ruprecht unbedrängt hätte klären sollen, dabei jedoch den Ball nicht richtig traf: „Das war natürlich sehr sehr bitter. Das Gegentor muss ich auf meine Kappe nehmen, auch wenn es ein Platzfehler war. Der Ball rollt genau auf einen Grashaufen und verspringt im letzten Moment. Das darf allerdings keine Entschuldigung sein – ich weiß, dass ich es verbockt habe. Wenn ich den Ball richtig treffe, gewinnen wir das Spiel“, ärgerte sich der Hansa-Keeper, der auch aus diesem Grund von „zwei verlorenen Punkten“ sprach.

Allerdings hätte auch Julian Jakobs noch für ein Happy End sorgen können. Drei Minuten vor dem Ende bot sich ihm die Riesenchance zum Siegtreffer, doch sein Abschluss glich eher einer Rückgabe. „Ich habe die Situation falsch eingeschätzt, dachte, der Torwart ist nah dran und ich muss den Ball nur vorbeischieben. Ich ärgere mich jetzt natürlich selbst am meisten darüber, dass ich mich nicht noch einmal gedreht habe.“ Bereits sechs Minuten vor der Pause – und damit nur vier Minuten nach dem Ausgleich – hatte Julian Jakobs bereits einen Blacha-Rückpass nicht verwerten können. „Eine dieser beiden Chancen muss ich rein machen, dann nehmen wir hier auch drei Punkte mit. Dass es nicht geklappt hat, ist schade und sehr ärgerlich.“

Bei ihrem Führungstreffer hatten die Hanseaten auch von einem Burghauser Missgeschick profitiert. Die beiden Innenverteidiger liefen sich gegenseitig um, Mustafa Kucukovic schnappte sich die Kugel, spielte noch den Doppelpass mit Julian Jakobs und traf dann zum 1:0. „Tore fallen nun einmal nach Fehlern. Doch unser Treffer war sicherlich nicht vergleichbar mit dem Ausgleich, der dem Gegner praktisch vor die Füße fiel. Wir haben das Tor ja anschließend noch herausgespielt“, erklärte der Hansa-Stürmer, der sich nur bedingt über seinen ersten Drittliga-Treffer im Hansa-Trikot freuen konnte: „Gern hätte ich ihn für einen Sieg eingetauscht. Aber nun müssen wir uns mit dem einen Punkt begnügen. Wenigstens sind wir weiterhin ungeschlagen“, tröstete sich Mustafa Kucukovic.

Nur bedingt zufrieden war auch Trainer Andreas Bergmann: „Wir haben heute schwer ins Spiel gefunden, haben allerdings Fußball gearbeitet. Gern hätte ich natürlich auch mal einen Arbeitssieg mitgenommen, doch das war uns leider nicht vergönnt. Dabei hatten wir noch mehrere hundertprozentige Chancen, das Spiel für uns zu entscheiden, wenn ich allein an die beiden Situationen denke, wo Julian Jakobs nicht konzentriert genug abgeschlossen hat.“ Sehr gute Gelegenheiten, den Siegtreffer zu erzielen, hatten in der zweiten Halbzeit auch noch Leonhard Haas, dessen Kopfball der Gästekeeper glänzend parierte, sowie Milorad Pekovic, der knapp vorbeigeköpft hatte. Und schon Mitte der ersten Halbzeit war ein Kucukovic-Kopfball nur auf der Latte gelandet.

Was fehlte, war neben dem Glück im Abschluss allerdings auch die spielerische Linie. „Unterm Strich handelte es sich um ein recht zerfahrenes und hart umkämpftes Spiel, in dem uns leider ein Knüppel zwischen die Beine geworfen wurde“, umschrieb der Hansa-Coach die Situation, die zum Ausgleichstreffer führte. Und er bilanzierte: „Natürlich können wir mit dem Ergebnis nicht zufrieden sein, müssen dieses Kapitel nun aber abhaken und ab Montag wieder hart arbeiten!“ Auch Andreas Bergmann weiß natürlich, dass man am kommenden Sonnabend beim Pokalspiel in Torgelow erneut den Kampf annehmen muss, wenn das Halbfinale im Lübzer Pils Cup erreicht werden soll.