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Leichtathletik

SCN-Athleten trotz Corona-Zwangspause in Form

Neubrandenburg / Lesedauer: 2 min

Es war ein Anfang in der Coronakrise. Im Neubrandenburger Jahnstadion wurde am Freitag ein Leichtathletik-„Wettkampf” ausgetragen. Es war sogar ein Olympiasieger dabei.
Veröffentlicht:08.05.2020, 20:30

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Wenn man es nicht ganz so genau nimmt, dann hat sich Claudine Vita am Freitag an die Spitze der deutschen Jahresbestenliste der Diskuswerferinnen gesetzt. Ihre 61,09 Meter, die die 23-Jährige vom SC Neubrandenburg im heimischen Jahnstadion erreichte, hat in dieser Saison noch keine andere Athletin unter freiem Himmel erzielt. „Das war okay, ich bin ganz zufrieden”, sagte der Schützling von Dieter Kollark.

Allerdings ist in dieser Saison wegen des Coronavirus alles anders, und so war es auch keine offizielle Leichtathletikveranstaltung, sondern lediglich ein Training unter Wettkampfbedingungen. Claudine Vitas Ergebnis wird in keiner offiziellen Statistik auftauchen.

Die Verantwortlichen beim SCN haben lange darum gekämpft, diesen „Ersatzwettkampf” im Diskuswurf und Kugelstoßen überhaupt durchführen zu können. Am Ende gaben Stadt und Behörden ihr Okay. Den Werfern und Kugelstoßern war die Freude anzusehen, nachdem sie zuletzt wochenlang allein zu Hause trainieren mussten. „Die Sportler sollten einfach mal wieder einen kleinen Höhepunkt haben. Allein, dass sie das Wettkampftrikot anziehen können, löst etwas aus”, verwies SCN-Sportwartin Astrid Kumbernuss auf den psychologischen Aspekt.

Robert Harting zollt den Sportlern Respekt

Zu Gast im Jahnstadion war auch Julia Harting vom SSC Berlin, die nach fast zwei Jahren (Babypause) wieder einmal einen wettkampfähnlichen Wettbewerb bestritt. „Wir sind froh und dankbar, dass wir diese Möglichkeit hier hatten. In Berlin geht noch gar nichts”, sagte ihr Trainer Marko Badura. Als Zuschauer dabei war auch Julias Ehemann Robert Harting. Angesichts der eingeschränkten Möglichkeiten für die Athleten momentan zog der Olympiasieger von 2012 den Hut. „Den Sportlern muss man wirklich Respekt zollen. Es ist gerade eine eklige Situation für sie”, sagte er. Einige würden aufgrund von Förderung ganz gut durch die Krise kommen, es gebe aber auch Sportler, die auf Startgelder angewiesen seien.

Seiner Frau wünschte Harting eine Weite um die 57 Meter: „Das wäre ein guter Anfang.” Und Julia Harting lieferte dann auch prompt: 57,82 Meter. Gute Leistungen zeigten auch die SCN-Kugelstoßer. Der erst 16-jährige Tillmann Engelbrecht (U18) wuchtete das Gerät auf 20,45 Meter, so weit wie noch nie. Allerdings war der Versuch ungültig. „Die Jungs haben das richtig gut gemacht. Aber sie haben in den letzten Wochen auch zu Hause sehr gut trainiert”, sagte SCN-Trainer Gerald Bergmann.