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▶ Stürze, Tränen und Triumphe – der Bergring bebt zum Jubiläum

Teterow / Lesedauer: 3 min

Die Wartezeit hat sich gelohnt. Endlich konnte das 100. Bergringrennen in Teterow stattfinden. Ein Internet-Star und einige andere sorgten für Furore.
Veröffentlicht:06.06.2022, 12:28

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Eines ist klar: Dieses Bergringrennen wird allen in Erinnerung bleiben. Und das auch, obwohl beim großen Jubiläums-Spektakel bei weitem nicht alles wie am Schnürchen lief. Es gab schwere Stürze mit Hubschrauber- und Krankenwageneinsätzen, aufgrund dessen kam es zu langen Pausen und verkürzte Rundenanzahl, um wenigsten einigermaßen im Zeitplan zu bleiben.

Zudem sorgte vorzeitige Biernot für viele durstige Kehlen bei sengender Hitze. Doch auf der anderen Seite gab es auch beim 100. Teterower Bergringrennen diese Helden, die Lauf für Lauf auf der Grasbahn geboren werden. So waren es in diesem – für den MC Bergring Teterow und dem Motorsport schlechthin – so geschichtsträchtigen Jahr Namen wie Christian Hülshorst, Paul Cooper, Maria Franke oder Kai Haase, die Spuren hinterlassen haben. Und das im wahrsten Sinne des Wortes.

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Der 45-jährige Hülshorst aus Lüdinghausen (Nordrhein-Westfalen) holte sich den Bergringpokal, er gewann vor dem Briten Charley Powell und dem Lokalmatadoren Ronny Stüdemann (Teterow). Das Finale um diesen begehrten Pokal musste jedoch in der vierten Runde abgebrochen werden, da Mitfavorit Paul Cooper (Großbritannien) beim Versuch, den Führenden Hülshorst zu überholen, gestürzt war.

Der Engländer blieb glücklicherweise unverletzt und war trotzdem mächtig zufrieden. Der Grund: Cooper hatte sich zuvor schon das „Grüne Band“ (wie schon 2017 und 2018) sowie den „Pokal der Nationen“ gesichert. Ein Neuling hingegen sorgte bei den Speed-Crossern mächtig für Furore. Internet-Star und Freestyler Kai Haase gewann nicht nur den Speed-Cross-Pokal, sondern auf spektakulärer Art und Weise auch den „Hechtjungen-Pokal“.

Internet-Star soll Jugend auf den Bergring locken

Immer wieder ließ sich der 30-jährige Berliner zu Showelementen hinreißen und begeisterte so den Großteil der insgesamt 12000 Zuschauer auf dem Bergring. „Ihr seid die Geilsten“, rief er den Zuschauern nach seinen furiosen Läufen zu und stieß bei denen auf jede Menge Gegenliebe.

„Vielleicht bringt er ja die Jugend auf den Bergring“, so die Hoffnung von Veranstaltungsleiter Adi Schlaak. Mit derartigen Auftritten, die er nun mit seinen zig Tausenden von Followern auf Youtube und sonstigen Kanälen teilt, ist diese Hoffnung ganz sicher nicht unbegründet.

Ähnlich wie Haase begeisterte auch Maria Franke (Zeitz) die Massen – und das nicht nur bei ihrem unangefochtenen Sieg im Amazonen-Cup. Die frühere Enduro-Weltmeisterin mischte auch rotzfrech beim Handicap-Lauf um den Speed-Cross-Pokal mit und wurde dort hinter Haase und dem Niederländer Wouter Broun überraschend Dritte.

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Bei den Quads setze sich der Österreicher Klaus Fluckinger vor Marcus Rux und Michael Schröder durch. Mit ein paar Tränen musste die Schweriner Motorsport-Legende Guido Skoppek kurz vor Schluss des Jubiläumsrennens kämpfen, als er seinen Abschied verkündete und nun den Staffelstab an Sohnemann Dino weitergab. Beide gehörten sie am Sonntag zu den knapp 100 Startern, die das 100. Bergringrennen unvergesslich machten. Trotz Stürze, langen Pausen, Biernot – und knapp dreijähriger Wartezeit aufs Jubiläum: Der Bergring lebt!