Handball

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Trainer mit Autorität und Kompetenz

Handballer mit Leib und Seele: Helmut Wilk.
Handballer mit Leib und Seele: Helmut Wilk.
Heiko Brosin

Seit nunmehr acht Jahren betreut Helmut Wilk die Handball-Männer des SV Fortuna 50. Dabei kann der 58-Jährige auf einen großen Erfahrungsschatz als Spieler und Coach zurückgreifen. Das ist jetzt auch dringend nötig.

„Die Bilanz der vergangenen Wochen ist nicht rosig, dafür ist die Motivation bei den Ostsee-Spree-Liga-Handballern vom SV Fortuna ´50 Neubrandenburg umso größer! Vier der letzten fünf Spiele haben sie verloren, und zuletzt eine Zwölf-Tore-Klatsche in Stralsund kassiert. In der Tabelle sind sie auf den sechsten Platz abgerutscht, und ausgerechnet jetzt kommt mit dem LHC Cottbus das nächste Topteam in die Sporthalle an der Hochschule (Sa. 18 Uhr). „Von den Niederlagen waren mindestens zwei unnötig. Wir wollen uns die Punkte zurückholen, und so schnell wie möglich den Klassenerhalt sicherstellen“, sagt Fortuna-Trainer Helmut Wilk. Der Mann will Erfolg, und seine Spieler ziehen mit. Wilk strahlt Autorität und Kompetenz aus.

Er hat eine lange Karriere als Spieler und Trainer hinter sich, und jede Menge Erfahrung darin, wie man aus wenig viel machen kann. „Bevor ich 1991 Männer-Trainer bei Empor Rostock geworden bin, hatten Stars wie Frank Wahl und Rüdiger Borchardt den Club verlassen. Ich habe meinen Junioren vertraut, und zusammen haben wir als einziger Ostverein neben dem SC Magdeburg den Sprung in die eingleisige 1. Bundesliga geschafft. Das ging nur durch den einzigartigen Teamgeist und die gute Grundausbildung“, sagt Wilk, der zuvor auch als Spieler die großen Empor-Zeiten mit geprägt hat.

Bewährtes Konzept mehrfach ausprobiert

Viermal Europapokal-Finale und Sieger 1982 gegen Dukla Prag, einmal DDR-Meister sowie viermal Pokalsieger…der Rostocker Spielmacher hat viel erlebt, alles zusammen mit Handball-Größen wie Jürgen „Waffi“ Rohde, Wolfgang Böhme oder Hans-Georg „Schorsch“ Jaunich.

Wilk spielte mit der Nationalmannschaft auch zweimal bei Weltmeisterschaften, und holte 1978 Bronze in Dänemark. Als Trainer fing Wilk 1984 beim Empor-Nachwuchs an, und war danach mehrere Jahre Männer-Coach in der 1. und 2. Bundesliga.

„Die eigenen Erfahrungen an die Talente weiterzugeben ist eine sehr schöne Aufgabe. Mit den Jungs dann aber auch ganz oben mitzumischen, ist mindestens genauso gut“, sagt Wilk, der das Rostocker Modell ab 1999 bei seinem ersten Engagement in Neubrandenburg wiederholte. Mit den Spielern aus dem eigenen Nachwuchs gelang der Aufstieg in die Männer-Regionalliga. „Mit all den Jungs, die wir über die Jahre hier ausgebildet haben, könnten wir heute locker in der 3. Liga mithalten. Leider ist es schwer, solche Talente in Neubrandenburg zu halten. Und weil wir immer weniger Geld zur Verfügung haben, wird die Situation immer schwieriger.“

Nach einer Zwischenstation in Rostock ist Wilk seit 2006 wieder zu Fortuna zurückgekehrt. Er führte die Männer nach dem zwischenzeitlichen Abstieg zurück in die Regionalliga, und gehört mit seiner Mannschaft jetzt trotz schwieriger Bedingungen zu den Topteams der Ostsee-Spree-Liga.

Übrigens…wird am Sonnabend die 400-Zuschauer-Marke in der Sporthalle an der Hochschule nahe des Neubrandenburger Tollensesees geknackt, spendiert der Handball-Verein ein ganzes Fass Freibier für Zuschauer und Fans!