Das Dresdner Boot war einfach nicht zu schlagen. Die Sachsen holten sich nach unzähligen Versuchen erstmals den Sieg auf
Das Dresdner Boot war einfach nicht zu schlagen. Die Sachsen holten sich nach unzähligen Versuchen erstmals den Sieg auf dem Tollensesee. Peter Krüger
Outrigger-Regatta

Vom Wettergott geküsst und mit Spendierhosen auf dem Tollensesee

Die 18. Outrigger-Regatta in Neubrandenburg ist Geschichte. Mit dabei war in diesem Jahr auch wieder ein altbekannter Olympiasieger der Vier-Tore-Stadt.
Neubrandenburg

Urplötzlich zuckten die Blitze am Horizont. Noch weit weg, aber trotzdem machte man sich mitten auf dem Tollensesee so seine Gedanken. Gerade erst haben sich die 39 Boote auf die zweite von insgesamt drei Runden gemacht, knapp zwölf Kilometer waren noch zu absolvieren.

Sollte die 18. Neubrandenburger Outrigger Regatta nun tatsächlich und sogar sprichwörtlich ins Wasser fallen? „Als ich das mit den Blitzen gesehen habe, dachte ich nur, das kann doch wohl nicht wahr sein“, sagte Steffen Polchow, Regatta-Organisator vom 1. OCC Neubrandenburg, nach dem Rennen: „Natürlich habe ich dann kurz überlegt, ob man das Rennen abbricht und dann die aktuelle Platzierung der Boote als Ergebnis wertet. Doch dann hat uns der Wettergott geküsst und das Gewitter einen großen Bogen um den Tollensesee machen lassen.“

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Megaphon statt Paddelboot

Somit kamen dann alle gestarteten Boote letztendlich doch noch auf die knapp 17 zu fahrenden Kilometer, die vier Standup-Paddler durften sich mit zwei Runden und ungefähr zwölf Kilometern begnügen.

„Respekt, was die da leisten“, so Polchow, der selbst im Neubrandenburger 6-er-Outrigger saß und kräftig das Paddel schwang. Gerne wäre er zusammen mit seinem Sohn Franz im „Zweier“ an den Start gegangen, der hatte aber zuletzt mit einer Erkältung zu kämpfen und verzichtete daher auf sportliche Wasseraktivitäten.

Stattdessen schnappte er sich das Megaphon und heizte dem Teilnehmerfeld quasi als Moderator die ganze Zeit kräftig ein. Platz zwei sollte es am Ende für Polchow senior und seine Besatzung werden, das stark besetzte Boot aus Dresden war an diesem Tag einfach nicht zu schlagen.

Auf der Party gab es noch eine Überraschung

Den zweiten Platz im „Zweier“ holte sich Olympiasieger Andreas Dittmer, der gemeinsam mit Ronny Richter aus Waren im Boot saß. Dittmer, aktuell Trainer beim kanadischen Kanu-Nationalteam, war gerade auf Heimaturlaub und ließ sich einen Start auf seinem alten Tollensesee natürlich nicht nehmen.

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Egal, ob nun Erster, Zweiter, Dritter oder sonstwas – am Ende konnten sich alle 130 Teilnehmer als Gewinner fühlen, die den Tollensesee durchkreuzt hatten. Dementsprechend fröhlich ging es dann auch auf „der geilen Party“ am Abend zur Sache, auch wenn der Wettergott wenige Momente nach der Siegerehrung dann doch noch die Himmelsschleusen öffnete und es kräftig regnen ließ.

Regatta-Organisator hat Spendierhosen an 

Apropos öffnen – das tat auch der Gastgeber und Veranstalter 1. OCC und zwar mit dem Aufmachen seiner Spendierhosen. „Die Berliner waren hier mit 17 Jugendlichen am Start, eine ungewöhnlich hohe Teilnehmerzahl.

Dem Verein haben wir die Teilnahmegebühr für alle jugendlichen Starter zurückerstattet. Zusätzlich haben wir der Kinder- und Jugendabteilung des Vereins zwei Boote für den Trainingsbetrieb zur Verfügung gestellt“, so Steffen Polchow, dessen Team somit ein riesiges Herz für den Nachwuchs im Wassersport zeigt.

Da ist es nur logisch, dass man die Hauptstädter auch im kommenden Sommer, zur dann schon 19. Outrigger-Regatta, auf jeden Fall wieder auf dem Tollensesee begrüßen kann. Spätestens dann wird auch der Wettergott natürlich wieder einen prüfenden Blick hinunter werfen.

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