RINGEN

Achterbahnfahrt der Gefühle beim EM-Debüt

Der Torgelower Andrej Ginc startete bei der Europameisterschaft der Elite in Warschau. Insgesamt gab es vier Medaillen für den Deutschen Ringer Bund.
Beim EM-Auftakt besiegte Andrej Ginc (schwarz) den Serben Perica Dimitrijevic.
Beim EM-Auftakt besiegte Andrej Ginc (schwarz) den Serben Perica Dimitrijevic. JACEK PRONDZYNSKI/FOTOPYK via www.imago-images.de
Neubrandenburg ·

Platz acht bei seiner ersten Europameisterschaft in der Elite – das klingt erst einmal passabel für einen Jungspund. Doch Andrej Ginc wusste am Abschlusstag der Ringer-EM in Warschau nicht so recht wohin mit den Gefühlen. Er schwankte zwischen Zufriedenheit und Enttäuschung.

„Wenn man bei so einem Turnier antritt, dann möchte man immer eine Medaille. Und wenn man dann nicht um eine Medaille mitringt, ist man enttäuscht”, sagte der 22-jährige Sportpolizist. Im Viertelfinale im griechisch-römischen Stil (bis 63 Kilogramm) war für ihn Schluss. Der Georgier Leri Abuladze besiegte den Deutschen klar mit 9:0 Punkten. „Ich wusste, dass Abuladze am Boden richtig gut ist und ich da meine Defizite habe. Trotzdem habe ich zum Anfang viele Punkte zu schnell abgegeben”, sagte Ginc.

In seine erste große internationale Meisterschaft startete Ginc mit einem Sieg gegen den Serben Perica Dimitrijevic (5:3). Der Ringer, der 2002 mit seiner Familie aus Russland nach Vorpommern kam und dessen Eltern immer noch in Torgelow leben, stellte trotz des Turnierstopps im Viertelfinale das Positive nach vorn.

Ginc ist stolz auf das deutsche Team

„Bronze hat der Lette Jurkjans geholt, den hatte ich beim letzten Turnier kurz vor der EM klar bezwungen. Das zeigt, dass ich von den Medaillenrängen gar nicht so weit weg bin”, sagte er. Bei so einem großen Turnier wie diese Europameisterschaft, so Andrej Ginc, müsse man aber auch immer ein wenig Losglück haben. „Das hat mir in Warschau ein wenig gefehlt.”

Er sei aber stolz, für diese Europameisterschaft nominiert worden zu sein. „Ich durfte in einem Klasse-Team dabei sein, an der Seite von Frank Stäbler”, so der Ringer, der inzwischen in Frankfurt/Oder lebt und trainiert. Frank Stäbler, mehrfacher Weltmeister, gilt als der große Ringer-Star in Deutschland.

Ringer-Star Stäbler schied in der ersten Runde aus

Für Andrej Ginc, der mit der Nationalmannschaft am Montag zurückreist nach Deutschland, steht in vier Wochen bereits der nächste internationale Härtetest bevor. Vom 17. bis 23. Mai finden in der nordmazedonischen Hauptstadt Skopje die Europameisterschaften der U23 statt. „Darauf liegt jetzt klar mein Fokus. Und dort möchte ich dann eine Medaille holen”, sagte Andrej Ginc.

Bei der EM in Warschau blieb indes auch der Ringer-Star ohne Medaille. Frank Stäbler schied in der ersten Runde gegen den Türken Selcuk Can aus. „Es lief leider ganz anders als geplant. Es war ein sehr schwieriger erster Kampf, in den ich irgendwie nicht richtig reingekommen bin”, sagte Stäbler.

Der Deutsche Ringer-Bund (DRB) holte in der polnischen Hauptstadt Warschau insgesamt vier Bronzemedaillen, die auf das Konto von Aline Rotter-Focken in der Klasse bis 76 Kilogramm, Annika Wendle (53 kg), Eduard Popp (130 kg) und Hannes Wagner (82 Kg) kamen.

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