Tim Bendzko (kleines Bild links) und Michael Gaede spielten 1997 beim Knabenturnier des Nordkurier mit.
Tim Bendzko (kleines Bild links) und Michael Gaede spielten 1997 beim Knabenturnier des Nordkurier mit. Peter Krüger, Patrick Seeger, Roland Gutsch
Nordkurier-Knabenturnier

Als Bayern München erstmals in Neubrandenburg siegte

In diesem Jahr muss das Nordkurier-Knabenturnier wegen der Coronakrise ausfallen. Vor genau 25 Jahren fand das Fußballturnier das erste Mal im Jahnsportforum statt.
Neubrandenburg

Die Erinnerungen sind immer noch frisch bei Michael Gaede. Auch nach so langer Zeit: „So etwas vergisst man einfach nicht.” Michael Gaede gehörte vor 25 Jahren zum Team des FC Neubrandenburg, das beim 31. Knabenturnier des Nordkurier kickte.

Das Besondere daran: Nach 30 Jahren in der altehrwürdigen Stadthalle fand der Budenzauber erstmals im neuen Jahnsportforum statt und damit vor so vielen Zuschauern wie nie zuvor in der Geschichte des Knabenturniers. Fast 3000 Fußballfans saßen auf den Rängen und machten mächtig Rabatz. „Die Kulisse war einfach Wahnsinn, da hatte man beim Einlaufen in die Halle schon einen Drops in der Hose”, erzählt Gaede mit einem Lachen.

Der heute 36-Jährige gehörte damals zum jüngeren Jahrgang der Neubrandenburger, die am11. Januar 1997 als Titelverteidiger antraten. „Ich war ein kleiner Butscher und es war ein Riesenerlebnis”, sagt Gaede. Bei der 31. Auflage lief es für den FCN aber nicht so wie erhofft. In der Vorrunde landeten die Knirpse um Cheftrainer Klaus Schnerch mit sechs Punkten auf dem vorletzten Rang. Die FCN-Jungs verloren gleich ihr Auftaktspiel gegen den FC Bayern München mit 0:1. Ihre Punkte fuhren die Viertorestädter bei den Siegen gegen Carl Zeiss Jena (1:0) und Union Berlin (2:0) ein – zu wenig, um am Ende ganz vorn mitspielen zu können. Im Trikot des 1. FC Union stand damals übrigens ein gewisser Tim Bendzko auf dem Parkett, der später eine formidable Karriere als Popsänger hinlegte. Bekannt wurde er vor allem mit seinem Song „Nur noch kurz die Welt retten”, mit dem er 2011 die Musikcharts stürmte.

Ein Bayern-Talent machte Karriere in der Türkei

Zurück zum FC Neubrandenburg: Das Team sicherte sich am Ende den neunten Platz im Jahnsportforum. Im Platzierungsspiel bezwang der Club den FC Hansa Rostock mit 2:0. Das Finale des Nordkurier-Budenzaubers gewann der FC Bayern München: Vor einem begeisterten Publikum setzte sich der Club mit 4:0 gegen Borussia Dortmund durch. Andreas Strasser und Erdal Kilicaslan trafen für die Bayern.

Kilicaslan wurde zum besten Techniker des Turniers gekürt. Der Deutsch-Türke schaffte später zwar nicht den Sprung in Bayerns Profiteam, legte dafür eine aber eine sehenswerte Karriere in der Türkei hin. Der Stürmer spielte für verschiedene Clubs fast 160 Mal in der türkischen Süper Lig. Seine Laufbahn beendete Kilicaslan schließlich 2017 bei Türkgücü München. Im Münchener Team beim Knabenturnier 1997 standen mit Christian Lell und Andreas Ottl jedoch auch zwei Talente, die der Sprung in Bayerns Profi-Elf gelang. Das Duo kickte viele Jahre in der Fußball-Bundesliga.

Ein Jahr später schoss Gaede fünf Turniertreffer

Ein Jahr später erlebte Michael Gaede sein zweites und letztes Knabenturnier. Mit dem FCN-Team verbesserte er sich auf Rang acht. Im Spiel um Platz sieben trafen die Neubrandenburger wiederum auf Hansa Rostock, diesmal setzte sich aber die Nachwuchs-Kogge mit 3:0 durch. „Für mich persönlich lief mein zweites Knabenturnier aber viel besser”, erinnert sich der 36-Jährige. Mit fünf Treffern war er drittbester Turnier-Torschütze und wurde zudem mit einem Sympathiepreis geehrt. Dem FCN hält Michael Gaede, der bei den Neubrandenburger Stadtwerken arbeitet, bis heute die Treue: Die Fußballschuhe schnürt er mittlerweile aber nicht mehr in der ersten Mannschaft, sondern für die Oldies. „Das macht viel Spaß”, sagt er.

Das Knabenturnier-Aufgebot des FCN 1997: Rene Wicht, Christopher Holz, Gordon Wenzel, Christopher Radloff, Robert Lenz, Christoph Schnerch, Willi Tafelski, Raik Priepke, Michael Gaede, Kay Tischler, Robert König und Christoph Rappmann

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