LEICHTATHLETIK

Auf den Spuren der Diskus-Königin

Am kommenden Sonnabend steigt die deutsche Garde beim Werfercup in Wiesbaden in die Freiluftsaison ein. Für SCN-Leichtathletin Anna Rüh beginnt damit ein vielversprechendes Jahr.
Diskuswerferin Anna Rüh vom SC Neubrandenburg (SCN) hat sich gezielt auf die Saison vorbereitet.
Diskuswerferin Anna Rüh vom SC Neubrandenburg (SCN) hat sich gezielt auf die Saison vorbereitet. Heiko Brosin
Neubrandenburg ·

Dem Superjahr 2012 war die Katastrophensaison gefolgt – mit der verletzungsbedingten WM-Absage, dem Verzicht auf das Diamond-League-Finale und der Knie-OP. Irgendwie geht es jetzt für Leichtathletin Anna Rüh bei null los. Und doch wieder nicht. Denn die Einträge im Dikuswurf-Stammbuch bleiben: deutsche Jugendmeisterin, U20-Weltmeisterin, deutsche Vizemeisterin, Olympia-Zehnte und EM-Vierte.

„So einfach wie damals wird es aber nie wieder werden“, weiß die gebürtige Greifswalderin. Damals, das war zum Beispiel 2011. Als eine 17-jährige begann, die Diskuswurf-Ringe dieser Welt zu erobern. Unbeschwert ging es in die Meetings – ein Greenhorn sorgte für Aufsehen. Inzwischen weiß die Sportsoldatin, was es bedeutet, wenn die Gesundheit nicht mitspielt oder die Leistung nicht kommt. Und die nun 20-Jährige hat erfahren, wie groß die psychische Last sein kann, wenn es gilt, Erfolge zu bestätigen.

Neue persönliche Bestmarke: 66 Meter

Am kommenden Sonnabend in Wiesbaden beim Einstieg in die Freiluftsaison geht es erneut los. Dort startet die Athletin vom SC Neubrandenburg gern, „weil die Thermik meist sehr gut und die Nähe zum Publikum da ist“. Wie weit soll die Scheibe fliegen? „Mal sehen.“ Immerhin wurden es beim Winterwurf-Europacup im März schon mal 63,21 Meter. Die neue persönliche Bestmarke soll nach dieser Saison bei mindestens 66 Meter liegen. Derzeit steht da eine 64,33. Alle diese Werte brächten übrigens locker das EM-Ticket – für die Zürich-Fahrkarte müssen 61 Meter kommen.

Knie ist wieder ok

Sieht man von den OP-bedingten Trainingsausfällen und dem sechswöchigen Bundeswehr-Lehrgang Ende 2013 ab, ist die gelernte Siebenkämpferin danach gut über den Winter gekommen. „Das Knie ist okay, der nötige Trainingsrhythmus wieder da.“

Seit November 2009 arbeitet Anna Rüh mit Erfolgstrainer Dieter Kollark zusammen. „Das funktioniert gut. Der Trainer akzeptiert meine Meinung und versteht es immer, mich genau auf den Punkt für den jeweiligen Wettkampf vorzubereiten.“

Schnell und mit hervorragender Technik

Für viele ist Anna Rüh ein sportliches Phänomen. Auch für den erfahrenen Leichtathletik-Lehrer Kollark. Denn die Kraftwerte seiner Athletin sind nicht so toll – im Vergleich zu denen von Kollark-Schützling Franka Dietzsch, die es einst auf drei Weltmeistertitel brachte. Anna Rüh macht dies wett durch eine immense Schnelligkeit im Ring und durch ihre hervorragende Technik. Das meiste von dem „Wie“ hat sie bei Kollark gelernt. Bei dem, was man nicht lernen kann, hilft ihr ihr großes Talent, das ihr alle Experten bescheinigen.

Nun also der Auftakt am 10. Mai in Wiesbaden. Fast auf den Tag genau stellte dort vor 15 Jahren Franka Dietzsch mit 69,51 Meter ihre persönliche Bestmarke auf. Sicher ein gutes Omen ...

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