DFB-POKAL

Banner von Hansa Rostock Fans sorgt für Empörung

Sportlich hat die Mannschaft von Hansa Rostock beim unspektakulären DFB-Pokalspiel gegen den VfB Stuttgart den kürzeren gezogen. Für Furore sorgte hingegen eine Choreografie der Fans vom Verein.
Philipp Schulz Philipp Schulz
Diese Choreografie ist es, die seit gestern für Wirbel sorgt in der Hansa-Szene
Diese Choreografie ist es, die seit gestern für Wirbel sorgt in der Hansa-Szene Peter Krüger
Rostock.

Gestern verlor Hansa Rostock in der ersten Runde des DFB-Pokals in einem relativ unspektakulären Spiel gegen den Zweitligisten VfB Stuttgart mit 0:1 und konnte damit nicht an die große Überraschung anknüpfen, die dem Verein im vergangenen Jahr gegen die Schwaben gelang. Für mehr Aufmerksamkeit sorgten dafür die Fans des Ostseevereins. Bereits im Vorfeld organisierten diese die „größte T-Shirt-Choreo der Vereinsgeschichte”, wie es nach eigener Ankündigung hieß. Rund 20.000 weiße T-Shirts wurden im Vorfeld des Spieles verkauft, damit alle Fans des Vereins einheitlich ihre Mannschaft unterstützen können. Mit dem Erlös (10 Euro pro T-Shirt) sollen die Flutlichtmasten des Ostseestadions erhalten werden.

„Ausser Rand und Band, für Verein und Vaterland”

Doch nicht nur die Choreografie mit den tausenden weißen T-Shirts sorgte an diesem Abend für Aufsehen. Vor der Südtribüne wurde ein großer Banner aufgehangen und blieb dort auch die gesamte erste Halbzeit: „Ausser Rand und Band, für Verein und Vaterland” stand dort in großen Lettern in Frakturschrift. Dazu lief vor Spielbeginn das Lied „Auf gute Freunde” der Band „Böhse Onkelz”. Mit der Aktion sollte wohl der 20. Geburtstag der Ultra-Gruppe „Wolgastä” gefeiert werden. Gekrönt wurde die Geburtstagfeier mit einem runden Totenkopf-Banner, das von allen Fans der Südtribüne hochgezogen wurde. Aufschrift: „Wolgastä Multikriminell seit 1999”.

Geburtstagsaktion sorgt für hitzige Debatte

Von den weißen T-Shirts abgesehen, sorgte die Banner-Chorografie zum Geburtstag der Wolgaster Ultragruppe schon während des Spiels für eine hitzige Debatte in den sozialen Medien. Ein Nutzer schrieb auf der Plattform Twitter: " 'für Verein und Vaterland' in Fraktur. Dazu die Böhsen Onkelz als Einlaufmusik. Und @HansaRostock freut sich über die Stimmung. Ich bin entsetzt. Keine Reaktion im Publikum. Spiel ist für mich gelaufen.” Ein anderer drückte seine Gedanken etwas deutlicher aus: „Nationalistische Kackscheiße.” Es gab aber auch positive Stimmen zu der Choreografie der Fans. „Verstehe die Aufregung nicht: Song, Band & Slogan absolut legal Wer sein Land nicht mag, soll sich Staatenlos melden und Anderen nicht die Stimmung verderben!”

Strafe durch den Deutschen Fußball-Bund wahrscheinlich

Während der Choreografie und auch bei dem Spiel selbst wurden auch Bengalos und einigen Pyro-Fackeln gezündet. Das kann eine erneute Geldstrafe durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) nach sich ziehen. in der vergangenen Saison musste Hansa wegen 17 Vergehen rund 112.000 Euro Strafe zahlen.

 

 

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Rostock

zur Homepage

Kommentare (4)

"Nationalistische Kackscheisse" trifft es ganz gut...
Hier wird immer wieder mit der gleichen rechten Symbolik gespielt.
Einer der Gründe, warum Hansa da spielt wo sie jetzt sind. Welcher Sponsor möchte so einen Verein unterstützen...
Schade, für all die coolen Hansa Fans, die es auch gibt. Trotzdem bin ich gegen einen Geldstrafe.

Für das eigene Vaterland zu sein ist IN DEUTSCHLAND schon lange unpopulär. Auch wenn das verrückt klingt: wer IN DEUTSCHLAND vor seinem Haus eine deutsche Fahne hisst, der macht sich verdächtig. Um so bemerkenswerter eine derart mutige Aktion. Gerne mehr davon! Hier (in Zürich) war übrigens gerade Nationalfeiertag und überall hängen große Schweizerfahnen. Ganz normal, so wie jedes Jahr im August.

Der Verein spielt da wo er spielt, weil die Spieler es vor Jahren ganz groß verkackt haben und seit dem kommt man nicht mehr richtig hoch.
Was ist das Problem am Verein &Vaterland?
Egal wem es noch bedient, es ist nichts schlimmes daran.
Denn sollen alle "coolen Fans" was eigenes machen. Vielleicht die Suptras? Machen zwar gut Stimmung, aber wenn sie auf der Straße nen Harten machen, denn sind ihnen die Vorpommern inkl. der Wolgastä recht.
Spielt Babelsberg und Jena deswegen auch da, wo sie spielen? Wegen ihren Fans?

Wolgastä sind keine netten Fußball Fans, sondern rechte Hooligans der übleren Sorte. Gepaart mit ein wenig "Vaterland" im entsprechenden Schriftbild und Musik von den böse Onkelz. Wer das Bild nicht verstehen will, das hier gezeichnet wird - bitte...
Aber eigentlich weiß doch jeder Bescheid.
Was sollen wir denn da jetzt rumlamentieren?
Und weil dieses Bild IMMER wieder gezeichnet wird, ist Hansa leider da wo sie jetzt sind.
Finde ich Fußball zu kommerziell? Sicherlich.
Aber die Realität ist nunmal so. Hier lässt sich kein Sponsor finden...