Schwimmen

Bei den „Delphinen“ geht es nicht nur um schnelle Zeiten

Der Neubrandenburger Schwimmverein widmet sich vor allem dem Nachwuchs. Er hat aber auch Sportler hervor gebracht, die bei Weltmeisterschaften starten.
Thomas Krause Thomas Krause
Die Trainer Lucas Techow und Sascha Pietruschka sowie Vereinschef Christian Grabert (von links) beobachten das Treiben im Schwimmbecken.
Die Trainer Lucas Techow und Sascha Pietruschka sowie Vereinschef Christian Grabert (von links) beobachten das Treiben im Schwimmbecken. Thomas Krause
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Neubrandenburg.

Vielleicht sind die jüngsten Erfolge ihrer einstigen Vereinskollegin eine zusätzliche Motivation für die Mädchen und Jungen des Neubrandenburger Schwimmsportvereins (NSSV) „Delphin”, wenn sie in der neuen Saison bei Wettkämpfen an den Start gehen.

Marie Pietruschka, die einst im zarten Alter von vier Jahren das Schwimmen in Neubrandenburg erlernte und im vergangenen Jahr den Sprung in die Nationalmannschaft schaffte, ist sozusagen das Aushängeschild des Vereins. Die 23-Jährige ist ein Beispiel dafür, dass es im Grunde jeder Schwimmer ganz nach oben schaffen kann.

Ganz so ist es natürlich nicht, das ist auch NSSV-Chef Christian Grabert klar. Aber er weiß ebenso, dass Sportler wie Marie, deren Laufbahn in der Schwimmhalle in der Südstadt begann und die jetzt sogar bei Weltmeisterschaften startet, ein Segen für jeden kleinen Verein ist. Obwohl das mit dem „kleinen” auch nicht ganz stimmt.

Die meisten Mitglieder sind Kinder und Jugendliche

Der NSSV gehört mit mehr als 700 Mitgliedern zu den größten Clubs am Tollensesee. Gut zwei Drittel sind Kinder und Jugendliche. Vordergründig geht es den Vereinsverantwortlichen nicht darum, künftige Olympioniken heranzubilden.

„Wir wollen Kinder auf das Schwimmen vorbereiten. Das ist die Basis. Dass daraus vielleicht auch mal Schwimmer wie Marie hervorkommen, ist „das I-Tüpfelchen”, sagt Sascha Pietruschka.

Er ist Maries Vater und seit vielen Jahren Trainer beim NSSV. In der Regel kommen die Kinder als Erstklässler zum Verein, um schwimmen zu lernen. „Dabei sieht man schon, wie sich die Kleinen im Wasser bewegen, ob Talent da ist. Dann sprechen wir die Eltern an, ob sie sich vorstellen können, dass ihre Kinder später mal leistungsorientiert trainieren”, erzählt Pietruschka.

Ab der dritten Klasse steigen diese Mädchen und Jungen dann ins Wettkampfgeschehen ein. Aber nicht jedes Kind oder jeder Jugendliche beim NSSV möchte Wettkämpfe schwimmen.

Es gibt zwei Sorten von Schwimmern

„Manchen möchten einfach nur schwimmen, weil es Spaß macht. Und das können sie natürlich auch bei uns”, sagt Pietruschka. Im Verein werden sie „Wasserratten” genannt, die anderen, denen es um Bestzeiten und Platzierungen geht, heißen „Delphine” – alles versehen mit einem großen Schmunzeln.

Höhepunkt jeder Saison ist die Teilnahme an den Norddeutschen Meisterschaften, die in diesem Jahr in Magdeburg ausgetragen werden. Bedingungen, um dort ins Becken springen zu dürfen, sind bestimmte Normzeiten, die die Schwimmer erfüllen müssen. Ab und an qualifizieren sich Neubrandenburger Schwimmer sogar für die deutschen Jahrgangsmeisterschaften.

„Ja, ab und an gelingt uns das auch”, sagt Pietruschka mit einem Schmunzeln. NSSV-Athleten, die mehr erreichen wollen und das Talent dazu haben, zieht es dann zu größeren Clubs – wie einst Marie Pietruschka zum „Schwimm-Olympiastützpunkt” in Leipzig.

Sebastian Bolenz ist ein Beispiel

Ein anderes Beispiel ist Sebastian Bolenz: Der Ex-Neubrandenburger gehört zwar nicht zum Nationalkader, beim SC Magdeburg betreibt er aber Leistungssport, trainiert dort in der Gruppe um die Vizeweltmeisterin von 2017, Franziska Hentke. Es gibt sie also – die Schwimmtalente aus Neubrandenburg.

In der Woche sind die „Delphine” und „Wasserratten” des NSSV täglich im Becken. Vereinschef Grabert lobt die Bedingungen in der Halle und die Unterstützung durch die Stadt.

Ein wenig Kritik kann sich der Vereinschef aber nicht verkneifen. Angesichts der Diskussion um den möglichen Bau einer neuen Schwimmhalle in Neubrandenburg wäre es schön, vielleicht einmal auch den Schwimmverein um Rat zu fragen.

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