LEISTUNGSSPORT-REFORM

Bundesstützpunkt in Neubrandenburg gerettet

Die Leichtathleten und Kanuten des SCN haben nun Gewissheit. Offen ist es aber noch bei den Triatheten.
Kanu-Bundesstützpunktleiterin Lisa Schiffer (rechts) freut sich über die Entscheidung der politik.
Kanu-Bundesstützpunktleiterin Lisa Schiffer (rechts) freut sich über die Entscheidung der politik. Thomas Krause
MV-Sportministerin Stefanie Drese war erst im Januar zu Besuch beim SC Neubrandenburg.
MV-Sportministerin Stefanie Drese war erst im Januar zu Besuch beim SC Neubrandenburg. Thomas Krause
Neubrandenburg.

Der Leistungssport in Mecklenburg-Vorpommern hat Planungssicherheit, zumindest für die kommenden zwei Jahre. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums bleiben alle Bundesstützpunkte in MV bis Ende 2022 erhalten. Dazu gehören in Mecklenburg-Vorpommern die Stützpunkte Segeln und Wasserspringen in Rostock, Kanu, Triathlon und Leichtathletik in Neubrandenburg sowie Radsport in Schwerin.

Allerdings – für die Triathleten beim SC Neubrandenburg bleibt es weiter eine Hängepartie. Denn im Gespräch ist eine Verlagerung des Stützpunktes nach Freiburg. Das werde derzeit diskutiert, so ein Sprecher des MV-Sozialministeriums in Schwerin. Frank Heimerdinger, Leiter des Bundesstützpunktes Triathlon in der Viertorestadt, reagierte am Freitag überrascht. „Ich kann nur sagen, dass der Stützpunkt bis Ende 2020 sicher ist, mehr weiß ich derzeit nicht”, sagte er. Man sei sich aber im Klaren gewesen, dass es schwer werde, den Status als Bundesstützpunkt zu halten, weil momentan in Neubrandenburg einfach die entsprechende Anzahl der geforderten Kaderathleten fehle.

Am Montag tagt die DTU in Frankfurt/Main

Am kommenden Montag ist Heimerdinger bei der Leistungssport-Sitzung der Deutschen Triathlon Union (DTU) in Frankfurt/Main zu Gast. „Dort werden wir sicherlich mehr erfahren, wie es bei uns weitergeht”, so der Trainer, der gleichwohl betonte, dass sich für Neubrandenburg auch dann nichts ändern werde, sollte man in Zukunft kein Bundesstützpunkt mehr sein: „Wir werden hier weiter Leistungssport auf hohem Niveau betreiben, dann aber vielleicht ein Sichtungsstützpunkt der DTU sein.”

Bei den Leichtathleten und Kanuten beim SCN ist indes die Freude groß, dass nun erst einmal für weitere zwei Jahre Klarheit herrscht. „Das sind sehr schöne Nachrichten. Jetzt dürften auch die Sportler und Eltern etwas beruhigter sein”, sagte Lisa Schiffer, Leiterin des Bundesstützpunktes Kanu in Neubrandenburg. Beim SCN widmen sich etwa 60 Mädchen und Jungen dem Kanu-Leistungssport. Lisa Schiffer betonte aber zugleich, dass die Arbeit mit den Athleten nun auch konsequent weitergeführt werden müsse, damit man nicht wieder in eine Situation komme, in der der Bundesstützpunkt auf der Kippe steht, weil die Kaderathleten fehlen würden. „Dafür werden wir alles tun”, sagte sie.

Im Januar war die Ministerin zu Gast beim SCN

Hintergrund: Im Zuge der Leistungssportreform steht derzeit der Fortbestand vieler Bundesstützpunkte in Deutschland auf dem Prüfstand. Insgesamt 70 Spitzensport-Standorte hatten bisher nur eine Anerkennung bis Ende 2020. Das Bundesministerium teilte nun mit, dass die anstehende Bewertung für bis 2020 anerkannte Bundesstützpunkte nicht durchgeführt werde und eine Anerkennung ohne vertiefte Prüfung nunmehr bis Ende 2022 bestehe.

„Das ist eine wichtige und pragmatische Entscheidung für unsere Spitzensportlerinnen und Spitzensportler im Land”, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Sportministerin Stefanie Drese. Die SPD-Politikerin hatte sich erst im Januar selbst am Bundesstützpunkt in Neubrandenburg ein Bild von der Arbeit der Leistungssportler gemacht.

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