LAUFSPORT

Damen-Duo läuft Hamburg-Marathon in Mecklenburg

Birgitta Bojahr und Anita Jonassen wollten an diesem Sonntag in der Hansestadt an den Start gehen. Das Coronavirus verhinderte dies. Doch die Damen vom SV Waren liefen trotzdem.
Birgitta Bojahr läuft durch die verlassene Innenstadt in Waren.
Birgitta Bojahr läuft durch die verlassene Innenstadt in Waren. privat
Anita Jonassen rennt dem Ziel entgegen.
Anita Jonassen rennt dem Ziel entgegen. privat
Birgitta Bojahr und Anita Jonassen (rechts, bei einem früheren Wettkampf) liefen am Sonntag ihren Marathon.
Birgitta Bojahr und Anita Jonassen (rechts, bei einem früheren Wettkampf) liefen am Sonntag ihren Marathon. privat
Waren.

Wenn sie nicht in Hamburg laufen dürfen, dann laufen sie Hamburg eben in Mecklenburg-Vorpommern. Birgitta Bojahr und Anita Jonassen haben genau dies getan und sich dabei mit reichlich Glückshormonen belohnt.

Die Damen von der Laufgruppe des SV Waren wollten an diesem Sonntag eigentlich den Hamburg-Marathon laufen, doch das Coronavirus machten ihnen und vielen anderen tausend Läufern einen dicken Strich durch die Rechnung. Wegen der Absage war die Enttäuschung anfangs groß, zu hart und mühevoll waren die vergangenen Trainingsmonate in der Marathon-Vorbereitung. Und deshalb folgte der Enttäuschung schnell Trotz – nach dem Motto: Wir werden unseren Hamburg-Marathon rennen! Nur eben ein wenig anders.

Gesagt, gelaufen: Birgitta Bojahr feierte dabei sogar ihr Debüt über die 42,2 Kilometer und legte in 3:54,10 Stunden gleich einen starken ersten Marathon hin. Die 43-Jährige rannte die Strecke in und um Waren/Müritz, war hinterher ganz happy. „Ich bin super zufrieden”, sagte sie. Die ersten 40 Kilometer sei es sehr gut gelaufen, dann seien die Beine aber schon schwer geworden. „Ich freue mich aber, dass ich mein Tempo bis ins Ziel halten konnte”, sagte die Warenerin, die von ihrem Mann begleitet wurde. Doch trotz aller Freude über die gute Zeit – ein richtiger Ersatz für den ausgefallenen Hamburg-Marathon sei es nicht gewesen. „Ich bin ja jetzt noch kein offizieller Marathoni. Und die Stimmung an der Strecke in Hamburg wäre bei diesem Wetter bestimmt auch genial gewesen”, erzählte sie.

An der Strecke gab es eine Überraschung

Bereits ihren dritten Marathon meisterte indes Anita Jonassen. Die Stavenhagenerin zeigte sich hinterher ebenfalls zufrieden mit ihren 4:18,36 Stunden, so schnell war die 43-Jährige zuvor noch keinen Marathon gelaufen. „Wegen des teilweise doch starken Windes hätte ich nie gedacht, so eine Zeit zu laufen. Aber es hat sich super angefühlt”, erzählte sie nach ihrem einsamen Lauf durch die Weiten der Mecklenburgischen Seenplatte. Nur ihr Mann begleitete sie auf dem Rad. Auf den letzten Kilometern erlebte Anita Jonassen dann sogar noch eine schöne Überraschung. Plötzlich standen ein paar Damen ihrer Sportgruppe aus Stavenhagen und Umgebung, mit denen sie sich einmal in der Woche trifft, an der Strecke, um sie anzufeuern. „Das hat mich sehr berührt, weil ich davon vorher überhaupt nichts wusste”, sagte sie.

Ersatz für den verpassten Hamburg-Marathon war aber auch ihr Sonntagslauf nicht. „Das Gefühl, mit tausend anderen Läufern an der Startlinie zu stehen und die vielen Zuschauer an der Strecke zu erleben, fehlte komplett”, sagte die Stavenhagenerin.

Die Läuferinnen vom SV Waren hoffen jetzt, dass der Berlin-Marathon Ende September stattfinden wird. Für die 42,2 Kilometer durch die Hauptstadt sind Birgitta Bojahr und Anita Jonassen ebenfalls gemeldet. Dort würden sie gern einen „richtigen” Marathon laufen.

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