VOLLEYBALL-BUNDESLIGA

„Den Boden unter den Füßen weggerissen“

Nach knapp sechswöchiger Corona-Pause und einer zweiten Quarantäne kehren die Volleyballerinnen des SSC Palmberg Schwerin am Samstag wieder auf das Parkett zurück. Nordkurier-Reporter Peter Krüger sprach mit SSC-Trainer Felix Koslowski über den bisherigen Saisonverlauf, aber auch über die Ziele im neuen Jahr.
Das SSC-Team um Lauren Barfield (links) und Hayley Spelman (Mitte) kann endlich wieder loslegen.
Das SSC-Team um Lauren Barfield (links) und Hayley Spelman (Mitte) kann endlich wieder loslegen. Peter Krüger
Schwerin ·

Die lange Pause ist vorbei. Wie groß ist die Freude, endlich wieder loslegen zu können?

Riesig groß. Den Mädels juckt es schon in den Fingern, endlich wieder spielen zu können.

 

Mit dem Heimspiel gegen Straubing am Samstag fällt der Startschuss für ein Mammutprogramm. Insgesamt sechs Spiele im Januar, danach dann der Februar mit Bundesliga, Champions League und dem Pokalfinale. Ist die Mannschaft bereit für dieses harte Programm?

Wenn ich ehrlich bin, dann ist die Mannschaft im Augenblick doch ziemlich müde. Wir brauchen nach der langen Pause aber aktuell viel Training und auch die Trainingsumfänge als solche sind sehr hoch. Wir wissen, dass die kommenden Wochen sehr holprig werden können, aber unser Trainingsplan ist langfristig ausgelegt. Wir wollen spätestens im Februar, wenn es in der Liga, in der Champions League und auch im Pokalfinale um die Wurst geht, voll auf der Höhe sein.

 

Anfang Dezember musste Ihr Team bereits zum zweiten Mal in die Quarantäne. Was macht das mit einer Mannschaft?

Als wir von den positiven Testergebnissen und der damit verbundenen neuerlichen Quarantäne erfuhren, haben wir uns alle erst mal gefühlt, als wäre uns der Boden unter den Füßen weggerissen worden. Wir hatten gerade in Italien super Spiele in der Champions League abgeliefert, waren richtig gut drauf. Und dann das. Wir haben die Mädels dann erst mal ein Wochenende in Ruhe gelassen und danach dann mit dem Video-Training begonnen.

 

Wie ging es dann weiter?

Seit dem 20. Dezember konnten wir dann endlich wieder in der Halle trainieren. Die Motivation und Heiterkeit in der Truppe war dann auch wieder zurück. Ich selbst musste leider noch bis zum4. Januar in Quarantäne bleiben, und ich habe mich dann bei diversen Trainingseinheiten per Video reinschalten lassen. Ich arbeite seit Jahren mit meinen Co- und Athletiktrainern zusammen, da weiß ich, dass ich mich voll und ganz auf sie verlassen kann.

 

Während der langen Pause konnten Sie sich auch Gedanken über das abgelaufene Sportjahr 2020 machen? Welches Resümee konnten Sie ziehen?

Auch wenn die letzte Saison vorzeitig abgebrochen wurde, war das Jahr 2020 grundsätzlich ein sehr erfolgreiches. Wir waren damals Tabellenerster, hatten die große Chance, Deutscher Meister zu werden. Natürlich trauert man dieser Chance ein bisschen hinterher, doch wenn man das dann alles ins Verhältnis setzt, was nicht nur in Deutschland, sondern auf der gesamten Welt passiert ist, denkt man wieder ganz anders darüber. Im Sommer hatten wir dann einen großen personellen Umbruch und sind mit einer sehr jungen Mannschaft in die neue Saison gestartet.

 

Wie zufrieden sind Sie mit dem Verlauf der bisherigen Saison?

Hätte mir einer vor der Saison vorausgesagt, was wir mit dieser Truppe bisher erreicht haben, hätte ich sofort unterschrieben. Wir haben den Supercup geholt, stehen im Pokalfinale, haben überragende Spiele in der Champions League abgeliefert und stehen in der Liga auch gut da. Zwar sind wir aktuell Vierter in der Tabelle, doch sehe ich uns mit den Nachholspielen vor der Brust doch eher unter den ersten Drei. Ich bin überrascht, wie schnell die Mannschaft zusammengefunden hat. Wir haben ziemlich viele Spielerinnen aus kleinen Vereinen geholt, die sofort große Verantwortung auf dem Feld übernehmen mussten. Das hat bisher wirklich gut geklappt, auch wenn es hier und da ein paar Probleme und Punktverluste gab. Das haben wir aber einkalkuliert, weil wir in einigen Spielen auch etwas ausprobiert haben.

 

Wie lauten die Ziele für den Rest der Saison?

Wir wollen zum Ende der Rückrunde unter den Top 3 der Liga sein, um dann möglichst in den Playoffs um die Meisterschaft mitspielen zu können. In der Champions League wäre der Einzug ins Viertelfinale schon etwas Besonderes, und wenn man im Pokalfinale steht, träumt man natürlich auch davon, dieses zu gewinnen.

 

Wer sind die größten Konkurrenten im Kampf um die Meisterschaft?

Die beiden Erstplatzierten Stuttgart und Dresden sind unserer Mannschaft in puncto Erfahrung schon überlegen, das muss man ganz klar sagen. Doch haben wir unter anderem im Pokal schon zeigen können, dass wir auch Mannschaften wie Dresden schlagen können.

 

Wie sieht es personell aus?

Uns stehen alle Spielerinnen zur Verfügung. Auch Marie Schölzel, die zuletzt mehrere Wochen verletzt ausfiel, steht wieder im Training und auch im Kader für die kommenden Spiele.

 

Wie sehr vermissen Sie die Zuschauer, die doch gerade in Schwerin eine wichtige Rolle spielen?

Auch wenn man sich mittlerweile an die Geisterspiele gewöhnt hat, fehlen uns unsere Zuschauer wirklich sehr. Ich hoffe doch sehr, dass sie bald wieder in die Halle dürfen. Gerade nach unserer zweiten Quarantäne leben wir als Mannschaft doch fast schon in einer Art Bubble (Blase), haben unsere Kontakte komplett minimiert. Das ist sehr schade für unsere Fans, der Kontakt zu ihnen fehlt wirklich sehr.

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