BILDERGALERIE – GOALBALL-EM

Der Comebacker aus Mecklenburg

Der Neveriner Felix Rogge ist deutscher Goalball-Nationalspieler – und seit gestern ein richtig erfolgreicher. Der 30-Jährige feierte den EM-Titel. Und das, obwohl er schon mehrfach alles über Bord warf.
Die deutsche Goalball-Nationalmannschaft in Aktion.
Die deutsche Goalball-Nationalmannschaft in Aktion. Peter Krüger
Die deutsche Nationalmannschaft bei der Hymne.
Die deutsche Nationalmannschaft bei der Hymne. Peter Krüger
Goalball-Nationalspieler Felix Rogge aus Neverin (links) und sein Trainer Johannes Günther.
Goalball-Nationalspieler Felix Rogge aus Neverin (links) und sein Trainer Johannes Günther. Peter Krüger
Einschwören vor dem Halbfinale gegen Litauen.
Einschwören vor dem Halbfinale gegen Litauen. Peter Krüger
Jede Menge Medienpräsenz.
Jede Menge Medienpräsenz. Peter Krüger
Goalball-Nationalspieler Felix Rogge.
Goalball-Nationalspieler Felix Rogge. Peter Krüger
Die Zuschauerreihen waren gut gefüllt.
Die Zuschauerreihen waren gut gefüllt. Peter Krüger
Felix Rogge in Aktion.
Felix Rogge in Aktion. Peter Krüger
Der Ball ist abgewehrt.
Der Ball ist abgewehrt. Peter Krüger
Felix Rogge (links) erhält Tipps von Trainer Johannes Günther.
Felix Rogge (links) erhält Tipps von Trainer Johannes Günther. Peter Krüger
Der deutsche Goalball-Nationaltrainer Johannes Günther beobachtet die Szenerie.
Der deutsche Goalball-Nationaltrainer Johannes Günther beobachtet die Szenerie. Peter Krüger
Auf der Ersatzbank wird mitgefiebert.
Auf der Ersatzbank wird mitgefiebert. Peter Krüger
Co-Trainer Stefan Weil
Co-Trainer Stefan Weil Peter Krüger
Riesenfreude nach dem Gewinn des EM-Titels.
Riesenfreude nach dem Gewinn des EM-Titels. Peter Krüger
Neverin.

Diesen Tag wird Felix Rogge ganz sicher nie vergessen. Ein Tag, für den jeder Sportler lebt. Rogge ist Spieler der deutschen Nationalmannschaft im Goalball (weltweit die beliebteste Ballsportart für Menschen mit Sehbehinderung) – und seit Sonntagnachmittag Europameister.

„Wahnsinn“, jubelt der gebürtige Neubrandenburger, „das ist absolut geil“. Soeben besiegte der Blondschopf, der in Neverin aufwuchs, im EM-Finale die Ukraine mit 6:2. „Das wird ein Spiel auf Augenhöhe“, vermutete Rogge noch einen Tag zuvor, kurz nachdem er mit seiner Mannschaft Litauen im Halbfinale besiegte (4:3 nach Verlängerung).

Keinen Sinn mehr gesehen

Augenzeuge dieser Partie war auch Vater Oswaldo Rogge, der erstmals bei einem Länderspiel seines Sohnes live dabei war. „Wahnsinnig stolz“, sei er und zusätzlich auch ergriffen, „das Ganze doch mal hautnah mitzuerleben“.

Dass es überhaupt dazu kam, darüber ist Vater Oswaldo unendlich froh. Sein Sohn hatte die Nationalmannschaftskarriere nämlich schon mehrfach „über Bord geworfen“, so wie er es selbst umschreibt. „Wir haben uns zweimal nicht für die Paralympics qualifiziert, dann habe ich einfach keinen Sinn mehr darin gesehen, in der Nationalelf mitzuwirken“, so Felix Rogge.

Nun ist er wieder zurück – und überglücklich darüber. „Der EM-Titel ist mit Abstand der größte Erfolg meiner Karriere“, jubelt Rogge, der immerhin schon dreifacher Deutscher Goalball-Meister ist. Einmal mit Marburg und zweimal sogar mit Chemnitz, wo Rogge seit einigen Jahren lebt und arbeitet.

Es geht zurück an die Küste

Doch Ende des Jahres will er wieder zurück an die Küste – nach Rostock soll es gehen, verbunden mit einem Wechsel vom Chemnitzer BC zum Rostocker GC Hansa.

Ein Wechsel, der vom deutschen Nationaltrainer Johannes Günther wahnsinnig begrüßt wird. „Allein daran sieht man doch schon, wie professionell Felix mit dem Thema Nationalmannschaft inzwischen umgeht“, so Günther, „denn in Rostock findet er die optimalsten Bedingungen vor, die er auch im Hinblick auf unser großes Ziel – Tokio 2020 – nur bekommen kann“.

Für ihn ist Rogge ein wichtiger Baustein seiner Mannschaft, auch „wenn er schon ein spezieller Typ ist – und das nicht nur optisch“.

Einer, der mit seiner Körperlichkeit die linke Hälfte des deutschen Tores fast im Alleingang abdeckt. Bei der Europameisterschaft in Rostock hat dieses schon ganz gut geklappt. Nun warten im nächsten Jahr die Paralympics. Rogges großer Traum. Sein Trainer Günther formuliert auch gleich mal ein klares Ziel. „Wir wollen dort ins Finale, ganz klar.“

Sich hohe Ziele gesetzt

Die Nationalmannschaft habe in den vergangenen Jahren einen professionellen Weg eingeschlagen, egal ob bei der Trainingsarbeit oder auch bei der Ernährung, daher sind hohe Zielsetzungen auch keinerlei Hirngespinste. „Ich habe mit Absicht die Ziele mit dem EM-Titel und Paralympic-Finale hoch angesetzt. Ein Ziel haben wir schon mal erreicht“, so Günther nach dem Finalsieg erleichtert.

Währenddessen drückt und herzt sein Spieler Felix Rogge jede Menge Leute. Mitspieler, Fans, Verantwortliche und auch seine Mutter Marlies. Die war nämlich während der gesamten Europameisterschaft in Rostock freiwillige Helferin und konnte somit bei den größten (sportlichen) Sternstunden ihres Sohnes live dabei sein.

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