MOTORSPORT IN GÜSTROW

Deutsches Speedway-Duo wird „Phantom“-Vizeeuropameister

Lange Zeit mussten die Speedwayfans in und um Güstrow auf das erste Rennen in diesem Jahr warten. Doch dieses hatte es dann richtig in sich.
Ben Ernst (links) zieht direkt vom Startband in Front. Der deutsche Starter sorgte zusammen mit Norick Blödorn bei der U1
Ben Ernst (links) zieht direkt vom Startband in Front. Der deutsche Starter sorgte zusammen mit Norick Blödorn bei der U19-EM für Aufsehen. Peter Krüger
Helfende Hände sorgten für optimale Rennverhältnisse.
Helfende Hände sorgten für optimale Rennverhältnisse. Peter Krüger
Ben Ernst zeigte auf der Bahn, was in ihm steckt.
Ben Ernst zeigte auf der Bahn, was in ihm steckt. Peter Krüger
Das deutsche Team geht vor dem Rennen die Strecke ab.
Das deutsche Team geht vor dem Rennen die Strecke ab. Peter Krüger
Güstrow.

Diesen euphorischen Jubel von den Rängen hatten sie sich mehr als verdient. Die knapp 1000 Zuschauer im Güstrower Speedwaystadion waren einfach nur begeistert, was die beiden deutschen U19-Fahrer Ben Ernst und Norick Blödorn den ganzen Abend abgeliefert haben.

Und das nicht erst im letzten Rennen, als das Youngster-Duo den neuen Titelträger aus Tschechien in Grund und Boden fuhr. Den neuen Champion der U19-Paarlauf-Europameisterschaft, der an diesem Abend in der Barlachstadt gekürt wurde.

Insgesamt sechs Nationen fuhren an das Startband und mittendrin das deutsche Duo, das am Ende des Abends so etwas wie „Phantom“-Vizeeuropameister wurde. „Phantom“-Vizeeuropameister? Ernst und Blödorn, beide vom Gastgeber MC Güstrow, erfuhren zwar 22 Punkte, jedoch ging nicht ein einziger Zähler in die offizielle Wertung ein.

Teamchef ist stolz auf seine Schützlinge

Der Grund: Der Deutsche Motor Sport Bund (DMSB) hatte sich aufgrund der Coronakrise schon frühzeitig für sämtliche Teamwettbewerbe 2020 abgemeldet, was Tobias Busch, der bei diesem Rennen als Teamchef der deutschen Mannschaft agierte, so richtig traurig machte.

„Es ist wahnsinnig schade, dass die beiden heute Abend um ihren verdienten Lohn gebracht worden sind. Wir können verdammt stolz darauf sein, was Ben und Norick hier abgeliefert haben.“ Erstmal lautete die Devise „einfach nur mitfahren“, „als Ben aber gleich die ersten beiden Rennen gewann, wussten wir, dass heute richtig was drin ist“, so Teamchef Busch.

Genau dieser Ben Ernst strotzte schon vor dem Rennen vor Selbstbewusstsein. „Ich trete hier an, um zu gewinnen“, ließ Ernst wissen. Das Talent ließ auf der Rennstrecke seinen markigen Worten auch starke Leistungen folgen.

Zusammen mit Norick Blödorn fuhr er 22 Punkte ein, nur einen weniger als der neue Titelträger Tschechien. „Wir können super zufrieden sein“, so Ernst, „wir sind schließlich gegen die Besten Europas gefahren und konnten sogar Fahrer aus der Extraliga hinter uns lassen“.

Fleißige Helfer sorgten für reibungslosen Ablauf

Natürlich wurmte es auch Ernst, dass die gezeigte Leistung nicht mit einem „echten“ zweiten Platz honoriert wurde, blickt aber trotzdem ehrgeizig in die Zukunft: „Ich werde weiter an mir arbeiten, um noch konstanter zu werden. Dieser Abend hat mir gezeigt, das ich in der U19, wo ich noch einer der jüngeren Fahrer bin, gut mithalten kann.“

Lange Zeit war jedoch fraglich, ob Ernst, Blödorn und die anderen Starter überhaupt über die Rennstrecke jagen können. Der Regen sorgte für riesige Fragezeichen, die auf der Bahn ausgelegte Plane hingegen für die erforderliche Trockenheit.

Als der Regen dann endlich aufhörte, sorgten viele helfende Hände für einen reibungslosen Ablauf des EM-Rennens. Es war das erste Rennen im Güstrower Stadion im Corona-Jahr 2020. Eines, das die 1000 Zuschauer wohl noch sehr lange in Erinnerung behalten werden – alleine schon wegen der famosen Auftritte von Ben Ernst und Norick Blödorn, den beiden „Phantom-Vizeeuropameistern“.

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