DARTS-WM

Die rechte Hand des Teufels will auf die ganz große Bühne

Klaus Einenkel aus Berndshof wird in den kommenden Tagen in Spanien an einer Darts-Weltmeisterschaft teilnehmen. Er will unter die Top Ten – doch der 58-Jährige hat noch ganz andere Ziele.
Peter Krüger Peter Krüger
Klaus Enkel aus dem vorpommerischen Berndshof geht bei der Darts-WM an den Start.
Klaus Enkel aus dem vorpommerischen Berndshof geht bei der Darts-WM an den Start. Peter Krüger
Ueckermünde.

Noch ein paar Tage, dann geht es in der spanischen Partyhochburg Lloret de Mar wieder ordentlich zur Sache. Laute Musik, leckere Drinks und ein prall gefüllter Strand. Die Stadt an der Costa Brava lockt sie dann wieder alle an, die so etwas wie Partysehnsucht in sich tragen.

Klar, Klaus Einenkel aus Berndshof, einem kleinen Ortsteil im vorpommerischen Ueckermünde, hört hin und wieder auch gerne mal Musik, auch trinkt er gerne mal ein leckeres Bierchen – doch nach Party wird dem 58-Jährigen im südeuropäischen Katalonien ganz und gar nicht zumute sein. Einenkel ist nämlich aus einem ganz anderen Grund in Lloret de Mar als feierlich trinkend auf Barhockern rumzuwippen.

Start bei der Darts-Weltmeisterschaft

Die „rechte Hand des Teufels“, wie sich Einenkel selbst gerne nennt sowie auch eine Tätowierung am rechten Unterarm deutlich zu verstehen gibt, startet bei der Radikal-Darts-Weltmeisterschaft. Schon im vergangenen Jahr nahm der Berndshofer an einer Weltmeisterschaft teil, und zwar der im Automatendarts.

Im amerikanischen Las Vegas wurde Einenkel sogar Vize-Weltmeister – ein Titel, der den Pfeilewerfer aus Vorpommern unheimlich stolz macht. „Ich habe dort quasi meinen Traum erfüllt, einmal in Las Vegas antreten und dann noch soweit vorne landen“, so Einenkel, der dadurch zum aktuell erfolgreichsten Darter Mecklenburg-Vorpommerns aufstieg.

Und schon jagt der gebürtige Thüringer seinen nächsten Traum hinterher. „Ich werde im August zum Steeldarts wechseln“, verrät der Mann, der erst ziemlich spät auf Idee kam, Pfeile auf die Dartscheibe zu schmeißen.

Erst der Tod seiner damaligen Ehefrau und die danach aufkommende Leere brachte Einenkel dem oftmals verschrienen Kneipensport nahe. Wenn er dann jetzt im Sommer zum Steeldarts wechseln wird, dann hat Einenkel das nächste Ziel seiner Träume erreicht.

„Ich trainiere schon seit einigen Jahren daraufhin, um endlich den Sprung zum Steeldarts zu schaffen“, so Einenkel, der nun endlich ein Angebot dazu bekommen hat. „Es ist ein Verein aus der Hauptstadt, mehr will ich dazu noch nicht sagen“.

Was er aber mit Bestimmtheit sagen kann, ist, dass mit diesem Wechsel auch ein bisschen die Hoffnung mitschwingt, „vielleicht doch noch die ganz große Bühne betreten zu können“. Eine Bühne, auf der aktuell Weltstars wie Rob Cross, Peter Wright oder gar Michael van Gerwen rumschleichen.

Große Bühne in Lloret de Mar

Beim letzten großen europäischen Turnier in Berlin mischte sogar Deutschlands Hoffnung Max Hopp mit. Gegen den hat Einenkel tatsächlich schon ein paar Mal spielen dürfen. „Einmal habe ich sogar nur ganz knapp verloren, gerade mal 1:2“, erinnert sich der Vize-Weltmeister.

Doch bevor an derart große Bühnen überhaupt zu denken ist, wird die „rechte Hand des Teufels“ in den kommenden vier Tagen vorerst die WM-Bühne in Lloret de Mar mit knapp 3000 weiteren Teilnehmern betreten.

„Mein Ziel ist ganz klar ein Platz unter den ersten Zehn“, erklärt Einenkel, der sich gerne „ein paar mehr Sponsoren“ wünschen würde, „denn solche Reisen sowie meine Fahrten zum Training nach Berlin sind doch schon sehr kostenintensiv.“

Doch ab jetzt zählt ohnehin erstmal nur die WM in Lloret de Mar. Bevor in wenigen Tagen aus dem Gastgeberort dann auch schon wieder eine Partyhochburg wird.

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