Der Stuttgarter David Wrobel kämpft um die WM-Norm.
Der Stuttgarter David Wrobel kämpft um die WM-Norm. Thomas Krause
SCN-Ass Claudine Vita möchte zur WM. Thomas Krause
Leichtathletik

Diskus-Recken sind auf Suche nach der WM-Form

In Schönebeck geht es am Freitag für die deutschen Werfer und Stoßer erneut um die Qualifikation für die Leichtathletik-WM in Eugene.
Neubrandenburg

Nächste Station Schönebeck, nächste Möglichkeit, die Voraussetzung für einen Start bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft im Sommer in Eugene (USA) zu schaffen. Beim Sole-Cup in Schönebeck (Sachsen-Anhalt) geht es am Freitag für die deutschen Werfer und Stoßer um die WM-Norm.

Ein Großteil der Elite hechelt den Vorgaben immer noch hinterher. Zu ihnen gehört auch Diskuswerferin Claudine Vita, die von den geforderten 63,50 Metern noch ein Stück entfernt ist. Beim Wurf-Cup in Neubrandenburg landete ihr Diskus im besten Versuch bei 62,33 Meter – zu wenig angesichts der eigenen Ansprüche. „Die Bedingungen bei den Wettkämpfen waren bisher gerade beim Diskuswurf nicht gut. Aber klar, Claudine muss einfach die WM-Norm werfen”, sagt ihr Trainer Dieter Kollark.

Bisher haben nur Überfliegerin Kristin Pudenz (SC Potsdam, 66,69) und Shanice Craft vom SV Halle (65,10) die WM-Vorgabe erfüllt. Beide erzielten ihre Saisonbestleistungen ausgerechnet in Neubrandenburg. Bei Deutschlands Diskusmännern hat gar erst ein Athlet die Norm von 66,00 Metern geworfen – Henrik Janssen vom SC Magdeburg (66,20). David Wrobel, Martin Wierig, Clemens und Henning Prüfer, Daniel Jasinski, Torben Brandt oder Olympiasieger Christoph Harting – sie alle sind noch weit entfernt von der WM-Norm -und Form.

David Wrobel zum Beispiel, der im Vorjahr 67,30 Meter erreichte und bei den Olympischen Spielen in Tokio startete, leidet noch unter den Nachwirkungen einer Operation am Ellenbogen im Vorjahr. „Ich habe erst im April wieder mit dem Diskuswerfen anfangen können”, sagt der Recke vom VfB Stuttgart.

Die Kugelstoßerinnen sind der Lichtblick

So richtig erklären kann er sich die momentane Flaute bei den deutschen Diskusmännern auch nicht: „Das nach-olympische Jahr ist ja meistens schwierig, einige haben mit Verletzungen zu kämpfen. Hinzu kommt, dass uns das Wetter bisher nicht so in die Karten gespielt hat”, sagt David Wrobel. Seine Bestleistung in diesem Jahr liegt bei 62,95 Metern, geworfen in Halle. In Schönebeck unternimmt der 31-Jährige nun am Freitag den nächsten Versuch, die Norm zu knacken. Wrobel wird dort auf alle anderen Konkurrenten treffen – es ist eine vorweggenommene Deutsche Meisterschaft.

Bei den Kugelstoßern ist die Lage noch dramatischer. Dort hat noch kein Deutscher die WM-Norm (21,10) abhaken können, auch nicht Ex-Weltmeister David Storl. Der Leipziger startet ebenfalls in Schönebeck. Lichtblick sind die Kugelstoß-Frauen: Dort haben mit Katharina Maisch (LSV Erzgebirge 90, 18,80 Meter in Neubrandenburg), Sara Gambetta (SV Halle, 18,72) und Julia Ritter (TV Wattenscheid, 18,60) bereits drei Damen die Vorgabe für Eugene erfüllt.

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