Thomas Weikert wurde am Sonnabend zumPräsidenten des DOSB gewählt.
Thomas Weikert wurde am Sonnabend zumPräsidenten des DOSB gewählt. Michael Reichel
Olympischer Sportbund

DOSB hat neue Spitze – Vizepräsidentin kommt aus MV

Der neue Präsident des DOSB, Thomas Weikert, hat eine Stellvertreterin aus Mecklenburg-Vorpommern: Die Schweriner Kinderärztin Kerstin Holze.
Weimar

Thomas Weikert ist neuer Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Er wurde am Sonnabend in Weimar gewählt. Der 60 Jahre setzte sich bei der Mitgliederversammlung 361 von 417 gültigen Stimmen gegen seine Konkurrentin Claudia Bokel (56 Stimmen) durch. Auf den früheren Tischtennis-Weltverbandschef wartet nun eine Mammutaufgabe.

Der Nachfolger des umstrittenen Alfons Hörmann muss den schwer beschädigten Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) aus der Krise führen. „Das ist ein Zeichen, dass wir in Zukunft die Einheit wiederherstellen wollen”, sagte Weikert nach seiner Wahl mit Blick auf das deutliche Votum: „Ich bin ein bisschen überwältigt, man wird ja nicht jeden Tag DOSB-Präsident. Jetzt packen wir es an, dann kommen wir auch voran.”

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Weikert, der zunächst nur für ein Jahr gewählt wurde, hat sofort zahlreiche Herausforderungen zu meistern. In seiner Rede fasste der neue Präsident die Baustellen in vier Punkten zusammen. So brauche der Sport eine Stimme, „die im politischen Berlin wieder deutlich gehört wird.” Zudem müsse man „die Vielfalt und Einheit des Sports wieder stärken” und „in allen Bereichen klare und gemeinsame Ziele für eine bessere Zukunft” entwickeln. Mit Blick auf das bewegte Jahr 2021 wolle Weikert zudem einen „modernen, glaubwürdigen und integren DOSB bauen.”

Auch unter den Vizepräsidentinnen und -präsidenten gab es auf Weikerts Initiative Veränderungen. Zu den neu gewählten Vizepräsidentinnen gehört auch Kerstin Holze, die Vorstandsvorsitzende der Deutschen Kinderturn-Stiftung. Holze lebt und arbeitet in Schwerin als Kinderärztin. Sie ist verheiratet mit Jan Holze, dem Ko-Chef Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE) in Neustrelitz.

Weitere Vizepräsidentinnen und -präsidenten sind Bahnrad-Olympiasiegerin Miriam Welte, die zwölfmalige Paralympics-Siegerin Verena Bentele, Oliver Stegemann (Präsident des Sportakrobatik-Bundes) und der CSU-Politiker Stephan Mayer. Mayer war ursprünglich von der zuständigen Findungskommission für das Präsidentenamt vorgeschlagen worden, zog jedoch später zurück.

Bei der aus Gründen des Infektionsschutzes verkürzten Mitgliederversammlung fehlte Hörmann indessen. Er hatte zuletzt mit den Folgen einer Corona-Infektion zu kämpfen. Ein leiser Abschied nach acht Jahren im Amt wurde es dennoch nicht: Der 61-Jährige teilte über die Allgäuer Zeitung noch einmal gegen seine Kritiker aus – Hörmann sieht sich weiter als Opfer einer Intrige.

„Es liegen uns umfangreiche Hinweise und Belege dafür vor, dass es sich um einen ganz gezielten Umsturz an der gesamten Spitze des DOSB handelte”, wurde Hörmann in der Samstagausgabe seiner Heimatzeitung zitiert. Die zuständige Ethikkommission hatte die Präsidiumsneuwahl empfohlen, nachdem am 6. Mai ein anonymer Brief öffentlich geworden war, demzufolge unter Hörmanns Führung eine „Kultur der Angst” im DOSB geherrscht haben soll.

Im Zuge des Affäre war schließlich auch der Rückzug der Vorstandsvorsitzenden Veronika Rücker zum Jahresende beschlossen worden. Diese Lücke will Weikert schnellstmöglich schließen. „Ich will mich jetzt nicht selbst unter Druck setzen, aber ich bin zuversichtlich, dass das in den nächsten vier bis sechs Wochen passiert”, so Weikert. Er habe, wie er sagte, bereits „Namen im Kopf”, jedoch gehe Weikert davon aus, „dass wir keinen vollständig neuen Vorstand bekommen”. Aktuell gehören Dirk Schimmelpfennig (Leistungssport), Thomas Arnold (Finanzen) und Christina Gassner (Sportjugend) neben Rücker dem Vorstand an.

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