MARCIN JUSZCZAK

Ein Grenzgänger zwischen Job, Fußball und Coronakrise

Seit sieben Jahren spielt der Pole Marcin Juszczak Fußball für den Torgelower FC Greif. Dort arbeitet er mittlerweile auch. Das ist derzeit nicht einfach, da er in Szczecin wohnt.
Marcin Juszczak (links, im Oberligaspiel gegen den Greifswalder FC) spielt seit sieben Jahren für den Torgelower FC Greif
Marcin Juszczak (links, im Oberligaspiel gegen den Greifswalder FC) spielt seit sieben Jahren für den Torgelower FC Greif. Andy Bünning
Torgelow.

Es ist immer die gleiche Prozedur: Fieber messen, Dokumente und Arbeitsnachweis für Deutschland zeigen – erst dann darf Marcin Juszczak in sein Heimatland einreisen. Seit sieben Jahren spielt der 28 Jahre alte Pole aus Szczecin für den deutschen Fußball-Oberligisten Torgelower FC Greif, aber noch nie war es in dieser Zeit so schwierig, eine Grenze zu passieren, die es eigentlich gar nicht mehr gibt. Doch die Corona-Krise hat die ganze Welt auf den Kopf gestellt, auch die kleine des Marcin Juszczak.

Er nimmt es gelassen: „In der gegenwärtigen Situation müssen wir uns alle anpassen und geduldig sein.“ Für Juszczak ist das Ganze sogar noch ein Stück komplizierter geworden, seit das Virus grassiert. Denn der Pole arbeitet auch in der Stadt, in der er Fußball spielt.

Bei der Torgelower Me-Le-Gruppe, Hauptsponsor des TFC Greif, ist er als Sachbearbeiter im kaufmännischen Bereich tätig. Die Pendelei zwischen Szczecin, wo er mit seiner Familie lebt, und Torgelow ist wegen der Kontrollen momentan eine einzige Geduldsprobe. In den ersten Tagen, nachdem Polen die Grenzen dicht gemacht hatte, sei es besonders schlimm gewesen. „Da habe ich schon mal vier Stunden im Stau gestanden, wenn ich zur Arbeit gefahren bin. Eine Katastrophe“, erzählt er.

Vom Trainer gab es Pläne für das Training zu Hause

Inzwischen hat sich die Situation beruhigt, der Grenzverkehr rollt nahezu problemlos. Hinzu kommt, dass Me-Le für seine Mitarbeiter Kurzarbeit angeordnet hat. Marcin Juszczak ist momentan nur zwei Tage in der Woche in seinem Büro in Torgelow und damit nur viermal dem Kontrollstress an der Grenze ausgesetzt. Den Rest der Woche verbringt er mit seiner Familie in Szczecin. „Es ist auch für die Wirtschaft eine sehr schwierige Zeit“, zeigt er Verständnis. Juszczak hält das strikte Vorgehen der polnischen Behörden für vernünftig und richtig: „Niemand weiß, wie es mit dem Virus weitergeht, was noch passieren kann. Wir müssen deshalb jetzt alle verantwortungsbewusst sein.“

Wie es indes in der Fußball-Oberliga weitergeht, darauf ist auch der Mittelfeldspieler gespannt. Der Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV) hat die Saison erst einmal bis zum 20. April unterbrochen, wie es danach weitergeht, ist zurzeit völlig offen. Alles ist möglich. „Ich hoffe, dass die Saison zu Ende gespielt wird, aber es wird schwierig“, sagt der 28-Jährige. Auch das Training beim Club ist wegen der Coronakrise ausgesetzt. Juszczak hält sich zu Hause fit – mit Laufen, Stabilisations- und Kraftübungen. „Der Trainer hat uns einen Trainingsplan mitgegeben“, sagt der Fußballer.

Ihm fehlt aber das Training mit der Mannschaft, die Zeit in der Kabine, die Spiele auf dem Rasen. „Es ist traurig“, sagt Marcin Juszczak. Doch er wisse auch: „Das Leben und die Gesundheit sind jetzt das Wichtigste.“

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